Palmas Ladenbetreiber klagen über Bürgerkarte

| Palma, Mallorca |
Warteschlangen an einem Kiosk der Plaça d'Espanya in Palma.

Warteschlangen an einem Kiosk der Plaça d'Espanya in Palma.

Foto: Ultima Hora

Wer einen Wohnsitz auf Mallorca hat und günstig im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein will, legt sich am besten eine Bürgerkarte zu. Mit der "Tarjeta Ciudadana" kann man etwa bei der Einzelstrecke mit dem Stadtbus in Palma fast 50 Prozent sparen. Erhältlich ist sie bei den Bürgerämtern in den Gemeinden, aufladen kann man sie an rund 100 unterschiedlichen Stellen: Automaten an größeren Bushaltestellen, aber auch Schreibwarenläden, Tabakgeschäfte, Kioske und Bars, die freiwillig mit dem EMT-Verbund kooperieren.

Das System der Aufladung ist für die Verkäufer in den städtischen Shops allerdings kompliziert, deshalb haben vor gut einem Jahr zahlreiche Betreiber beschlossen, den Service wegen geringer Rentabilität einzustellen. Die verbleibenden Ladenbesitzer sind nun überlastet. Wie die MM-Schwesterzeitung Ultima Hora berichtet, sei zusätzliches Personal eingestellt worden und man habe wegen der langen Warteschlangen Umsatzeinbußen bei anderen Produkten wahrgenommen. Auf das Kartenguthaben erhielten die Betreiber zudem jeweils nur 0,9 Prozent Provision.

Beklagt wird, dass die privatgeführten Kioske damit als halb-öffentliche Einrichtung der Stadt missbraucht werden. "Aussteigen" können die Kioskbetreiber nicht ohne Weiteres. Als Reaktion würden Ladenbetreiber teilweise einfach selbst eine Kommission verlangen, heißt es. Laut Rathaus sei diese Praxis illegal.

Besonders betroffen sind in Palma die Kioske an der Plaça d'Espanya und der Einkaufsstraße Via Sindicat. Die Bürgerkarte wurde im Jahr 2000 eingeführt, mehr als 400.000 Menschen nutzen sie auf Mallorca.

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