Die Mietpreise in Mallorcas Hauptstadt sind in den letzten fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen | Ultima Hora

Eine Mietwohnung in Palma, selbst in einem weit vom Zentrum entfernten Viertel mit etwa 90 Quadratmetern und zwei Schlafzimmern ist für eine Familie mit einem Durchschnittseinkommen von 1000 Euro nicht mehr erschwinglich. So gibt es in Mallorcas Hauptstadt keine Immobilien für weniger als 950 Euro pro Monat. Die Suche nach einer Mietwohnung in der Hauptstadt der Balearen ist zu einem Lotteriespiel geworden, bei dem es nicht darum geht, wer am schnellsten rennen kann, sondern wer das meiste Geld hat. Junge Menschen haben am wenigsten Chancen auf dem Immobilienmarkt, weder zur Miete noch zum Kauf. Erstens, weil die Bedingungen, die heutzutage verlangt werden, für ein Ehepaar fast unerschwinglich sind: Nachweis über die letzten drei Gehaltsabrechnungen, zwei oder drei Mieten als Kaution und, im Falle von Freiberuflern ein Nachweis, dass die Miete 40 Prozent des Einkommens nicht übersteigt. Das berichtet die MM-Schwesterzeitung Ultima Hora.

"Zwei von fünf Reklamationen, die wir erhalten, beziehen sich auf überhöhte Mietforderungen", erklärt Alfonso Rodríguez, Präsident des Verbraucherschutzvereins Consubal. So komme es nicht selten vor, dass der Grund dieser Reklamationen geradezu exorbitant ausfällt. Als jüngstes Beispiel dafür berichtet Rodríguez von einem älteren Ehepaar, das 19 Jahre lang 550 Euro im Monat Miete zahlt, der Vermieter jetzt eine Anpassung für die Vertragsverlängerung von 1.100 Euro verlange. Der Vizepräsident des balearischen Verbandes der Immobilienmakler (Api), José Miguel Artieda, erklärte, dass die Mietpreise in Palma in den vergangenen fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen."Die Situation wird sich noch verschlimmern, da der Lebenshaltungsindex, nach dem viele Mietverträge bei einer Verlängerung kalkuliert werden, weiter ansteigen. Besserverdiener, die vom Land in die Stadt ziehen, hätten damit weniger Probleme, würden aber Familien mit geringerem oder mittleren Einkommen aus Palma verdrängen.

Um den Mietpreisanstieg zu kompensieren entschließen sich viele Mieter in der Hauptstadt dazu, ihre Wohnungen unterzuvermieten. Allerdings sei auch das aufgrund der Vorgaben in den Mietverträgen nicht immer möglich oder führe zu Auseinandersetzungen mit den Wohnungseigentümern. Das Mietpreis-Drama in der Hauptstadt treibe viele Menschen daher aufs Land. Doch auch dort steigen die Preise derzeit drastisch. Gleiches gilt für den Kauf von Wohnimmobilien im unteren und mittleren Preissegment. Pedro Santandreu beispielsweise, 25 Jahre alt und von Beruf Klempner, der bisher in den Außenbezirken von Manacor zur Miete wohnte, brauchte ein ganzes Jahr um eine halbwegs bezahlbare Wohnung kaufen zu können. Preis: 138.000 Euro. "In Palma wäre das unmöglich gewesen, da muss man einfach realistisch sein und erst recht bei diesen Gehältern", erklärt er gegenüber Ultima Hora. Selbst Wohnimmobilien zur Renovierung seien mittlerweile Mangelware. „Ich habe Freunde, die seit Jahren auf der Suche nach solchen Objekten sind, aber bis heute nichts gefunden haben“.

Pedro zahlt eine Hypothek von 380 Euro, aber seine Situation hat ihn dazu gebracht, zwei Zimmer in seiner Wohnung an Freunde zu vermieten: "So kann ich meine Hypothek bedienen und muss nicht auf meine alltäglichen Dinge verzichten". Die Präsidentin des Maklerverbandes Api, Natalia Bueno, warnt vor einem weiter steigenden Mangel an bezahlbaren Wohnraum für Normalverdiener auf Mallorca. „Auf dem Markt gibt es heute fast keine Wohnungen mehr zu kaufen. Und die, die für weniger als 200.000 Euro angeboten werden, sind renovierungsbedürftig oder liegen in Problemvierteln.