Markus-Passion von J. S. Bach

In der Kirche Santa Creu in Palma werden die Universitätschöre Coral und Orfeó Universitat Illes Balears sowie das BACHrroc Ensemble unter der Leitung von Joan Company die Rekonstruktion der Markus-Passion von J. S. Bach erklingen lassen.

Die Gesangssolisten sind die portugiesische Sopranistin Raquel Camarinha, die französische Mezzosopranistin Eva Zaicik und der mallorquinische Tenor Joan Carles Falcón.

Vor 284 Jahren, am Karfreitag 1731, wurde die Originalversion der Passion in Leipzig uraufgeführt. Nach heutigen Maßstäben war Bach  (1685-1750) damals das, was man als Workaholic bezeichnen würde. 1723 hatte er in Leipzig seine Stelle als Thomaskantor angetreten. Damit war er zuständig für die Musik in den vier Hauptkirchen der Stadt – und hatte entsprechend viel um die Ohren.
Als Kantor und Musikdirektor musste Bach in den Anfangsjahren jeden Sonntag und an Feiertagen eine Kantate aufführen. Wenigstens 200 dieser Werke stammten aus seiner eigenen Feder. Hinzu kamen in diesen Jahren Mammutwerke wie die Johannes- und Matthäus-Passion, außerdem das Magnificat und seine ersten Cembalokonzerte. Darüber hinaus war er für den Musikunterricht in der Thomasschule zuständig und leitete ab 1729 das studentische Musikensemble Collegium musicum.

Dieses Pensum war nicht nur durch den Fleiß des genialen Komponisten zu schaffen, sondern auch dadurch, dass er parodierte. Seinerzeit bedeutete dies nicht, dass er sich über Kirchengemeinde und Stadtrat lustig machte. Parodie nannte man in der Musik vielmehr die Bearbeitung bereits vorhandener Werke, sei es durch musikalische Umgestaltung oder einfach durch das Unterlegen eines anderen Textes. Dieses Verfahren wandte Bach bei einigen seiner heute bekanntesten geistlichen Werke wie dem Weihnachtoratorium und der h-Moll-Messe an.


Ein Glück für die Nachwelt, denn dank der Parodie konnten Teile der Markus-Passion rekonstruiert werden, deren Existenz erst 100 Jahre nach Bachs Tod wieder publik wurde. Auch bei diesem Werk hatte der Komponist dieses Verfahren angewendet und zwei Choräle und sechs Arien aus bereits bestehenden Kantaten unter den Text seines Librettisten Picander alias Christian Friedrich Henrici gelegt, der anders als die Partitur erhalten geblieben ist.
Bei den ersten Rekonstruktionsversuchen wurde auch Musik von Zeitgenossen Bachs herangezogen. Aus musikwissenschaftlicher Sicht gilt dies längst als unhaltbar. Die erste umfassende und allgemein anerkannte Wiederherstellung stammt aus dem Jahr 1964. Sie gilt weithin als die Nachbildung der Markus-Passion, die dem vermuteten Original am nächsten kommt. Denn die hinzugefügte Musik zum Originaltext stammt ausschließlich von Bach, ohne jedoch Teile seiner anderen Passionen zu verwenden. Bei dem Konzert in der Kirche Santa Creu wird diese Version erstmals auf den Balearen, sehr wahrscheinlich sogar in Spanien aufgeführt werden.


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Infos

  • | Datum
    1. Am 21/03/2015 um 20:30 Iglesia de Santa Creu
  • | Preise:

    16 Euro an der Abendkasse, 14 Euro im Vorverkauf bei Musicasa (Carrer Sant Francesc de Sales 16, Palma, Nähe Konservatorium, MO bis FR 9.30 bis 13.30 Uhr und 16.30 bis 20 Uhr, SA 9.30 bis 13.30 Uhr)

Lokalisierung

Iglesia de Santa Creu

  • | Adresse: Sant Llorenç
    07001 - Palma de Mallorca
  • | Telefon: 971 71 26 90