Völlig einverstanden: Ein Auslandsurlaub ist stets auch ein kostspieliges Unterfangen. Daran haben neben Anreise und Unterkunft auch die Verpflegungskosten vor Ort einen nicht unerheblichen Anteil. Es macht daher auch Sinn, vor dem Reiseantritt eine auf die eigene Geldbörse zugeschnittene Versorgungskategorie im Hotel zu wählen. Zimmer mit Frühstück, Halb- oder Vollpension. So weit, so gut.

Dass Reiseveranstalter jedoch angesichts einer voraussichtlichen Buchungsflaute im kommenden Jahr wieder damit beginnen, fleißig All-inclusive-Pakete zu schnüren (S. 30), dürfte nicht nur bei Gastronomen und Lokalbesitzern der Insel sauer aufstoßen. Das einst für die von der Außenwelt abgeschotteten Ressorts in der Karibik erdachte Hotelversorgungskonzept ist nämlich für alle Anbieter touristischer Komplementärangebote reines Gift. Grund: Wer All-inclusive bucht, bleibt in der Regel dort, wo es ihn nichts weiter kostet. Im Hotel. Dort kann zwischen Frühstück-, Mittags- und Abendmenü nach Herzenslust getrunken und gegessen werden, ohne dass man dafür groß die Poolliege verlassen und, was noch viel besser ist, nicht ein einziges Mal das Portemonnaie zücken muss.

Das tägliche Urlaubserlebnis reduziert sich somit auf die kostenlose Rundum-Versorgung im Hotel mit so viel Kaffee, Kuchen, Bier, Pommes und Eis, wie man sonst daheim in einer Woche nicht konsumieren würde. Der pure Luxus, so scheint es. Warum also noch vor die Hoteltür gehen, um möglicherweise einem mallorquinischen Barkellner über den Weg zu laufen, der einem für zwei Cola, einem Café con leche und einer caña gleich mal 12,90 Euro abknöpft?

Dass der Aufenthalt in einem All-inclusive-Hotel in Alcúdia so viel mit Urlaub auf Mallorca zu tun hat, wie der Besuch eines China-Restaurants mit einer Peking-Reise, wird einem spätestens nach der Heimkehr klar. Dann, wenn man auf die Frage des Nachbarn, wie es denn auf Malle so war, lediglich antworten kann. „Voll billig”. Irgendwie traurig, oder?