Pfarrer-Ehepaar Weinhold verabschiedet

Persönlicher Brief vom Bundesaußenminister

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Sorgte mit ihrer Laudatio für Kurzweil: die deutsche Konsulin Regina Lochner.

Sorgte mit ihrer Laudatio für Kurzweil: die deutsche Konsulin Regina Lochner.

Foto: Foto: Serge Cases
Sorgte mit ihrer Laudatio für Kurzweil: die deutsche Konsulin Regina Lochner.Abschied vom Kirchenvorstand (vl): Pfarrer Manfred Otterstätter, Klaus-Peter und Brigitte Weinhold, Jörg Stümke, Waltraud TeisinDie Abschiedsfeier fand in der Kirche la Porciúncula statt.Auch Christa Hillebrandt verabschiedete sich von den Weinholds.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten - am Ende jeder Amtszeit wie am Ende jedes Lebensabschnittes stehen immer beide Aspekte. Mit diesen Worten brachte es Konsulin Regina Lochner auf den Punkt, als sie am vergangenen Samstag mit einer unterhaltsamen Rede die Abschiedsfeier des evangelischen Pfarrers Klaus-Peter Weinhold bereicherte.

Als "Umzugsprofi", so beteuerte sie, könne sie den Weinholds vor allem eines mit auf den Weg geben: Nach Belastungsproben wie den unzähligen Abschiedsfeiern und dem mühsamen Packen von Umzugskisten, die dank der Abschiedsgeschenke immer voller statt leerer werden, sei der Wechsel am Ende wie eine Erlösung und der Start ins nächste Kapitel durchaus spannend. Zumal diese Reise ja, wie im Falle der Weinholds, von einer Insel auf die andere führe, und Usedom - wer hätte das gedacht - sich bei Werbeauftritten optimistisch als "Sonneninsel" präsentiere. Kein Grund zur Trauer also, gab die Konsulin humorvoll mit auf den Weg.

Ein überraschender Gruß kam außerdem von ihrem Chef aus Berlin: Außenminister Guido Westerwelle schickte einen persönlichen Brief an die Weinholds, in dem er ihnen für den Aufbau der deutschsprachigen Gemeinde auf den Balearen dankte und ihnen damit einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Integration bescheinigte.

Hohe Belastbarkeit bewiesen unterdessen in der Kirche "La Porciúncula" die rund 200 Mitglieder und Freunde der Gemeinde, die auf harten Bänken zweieinhalb Stunden dem Programm folgten. Trotz der Kälte hörte man anschließend viele dankbare Stimmen, die Gastredner Reinhard Vetter, Pfarrer und Psychologe der EKD, so zusammenfasste: "Man merkt hier den besonderen Teamgeist einer gewachsenen Gemeinde, die ihrem Pfarrer noch einmal danken will und ihm und seiner Frau eine große Freude bereitet hat."

Auch die Protagonisten stimmten dem zu, nicht ohne das Durchhaltevermögen der Gemeinde zu loben: "Wir wissen es sehr zu schätzen, dass an einem regnerischen Novembertag so viele Menschen gekommen sind, um sich von uns zu verabschieden. Deshalb danken wir nicht nur den Programmgestaltern, sondern vor allem den Besuchern, die mit uns diesen rührenden Abschied gefeiert haben", sagte Weinhold nach der Veranstaltung. "Es mag für Unbeteiligte lang erschienen sein, für uns war es aber eine herrliche Zusammenfassung der letzten Jahre, in der uns viele Erlebnisse und Menschen noch mal in Erinnerung gerufen wurden."

Neben den Reden von Konsulin Lochner, Oberkirchenrat a.D. Wolfgang Wilt von der EKD (Evangelische Kirche Deutschlands), dem Sekretär des Ökumenebeauftragten Lorenzo Alzina, Raul Alexander Cordos, oder der Frau des ersten deutschen Pfarrers auf Mallorca, Christa Hillebrandt, gab es viele Beiträge von engen Freunden. Dazu gehörten Gesangsauftritte der ehemaligen Praktikantin Carolin Gumnior zusammen mit der New Yorker Soulsängerin Sheela Gathright, eine Filmvorführung mit Foto- und Videosplittern der Gemeindearbeit, Abschiedsworte des Vorstandes und musikalische Begleitung mit Flöte und Orgel von langjährigen Weggefährten wie Ruth Albrecht und Traudel Müller, Gisela Raum und Johanna Berthold.

Gelegenheit zum Aufwärmen und Stärken sowie zu vielen persönlichen Gesprächen mit den Weinholds bot sich beim anschließenden Empfang im Hotel "Royal Cristina" an der Playa de Palma. Rund 150 Gäste kamen dort zusammen, um auch direkt ein paar Worte mit dem scheidenden Pfarrer-Ehepaar zu wechseln.

Dass nun viele gespannt auf den Nachfolger warten, war nur eines der Themen, die man bei Sekt und Tapas verfolgen konnte. Als symbolträchtig erwies sich dabei der Veranstaltungsort Playa de Palma, im Herzen des Tourismus auf Mallorca. Denn die Botschaft der EKD an den künftigen Pfarrer, die Wolfgang Wilt in seiner Rede zuvor überbracht hatte, lautete, sich neben der Gemeinde auch auf die Arbeit als Tourismuspfarrer zu besinnen.

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