Miriam Eggert in Aktion. | Mallorca Magazin

Der Rucksack, in dem die Kamera, die Objektive und das Stativ verstaut sind, ist zum Glück wasserdicht. Miriam Eggert zieht den Reißverschluss ihrer Regenjacke ganz zu, während vereinzelte Tropfen auf dem nach oben geschobenen Visier ihres Motorradhelms zerplatzen. Sie schaut prüfend in den wolkenverhangenen Himmel über ihrer Lieblingsinsel, dann schwingt sie sich auf ihren Mietroller und entscheidet, dass es egal ist, ob es noch schütten wird oder nicht. Die junge Ergotherapeutin aus Dresden ist entschlossen, jede Minute ihres dreitägigen Kurztrips nach Mallorca dazu zu nutzen, so viel Schönheit wie möglich in sich aufzusaugen und mit ihrer Kamera festzuhalten.

„Es ist mein fünfter Urlaub auf der Insel und ich war hier schon in jeder Himmelsrichtung unterwegs. Es ist einfach herrlich hier.” Was einen Foto-Urlaub von einem normalen Urlaub unterscheide, sei die Tatsache, dass Eggert ihre Sony-Kamera nur zum Schlafen aus der Hand lege. „Am Abend liege ich meistens im Bett und bearbeite die Fotos, die ich am Tag gemacht habe. Für mich ist das die beste Art und Weise, um mich zu entspannen.” Bei mehr als 160 digitalen Bildern gäbe es einiges zu sichten und zu bearbeiten. „Mallorca ist voller Schönheit – von offensichtlicher, aber auch von versteckter. In Palmas Altstadt zum Beispiel rate ich jedem, in die kleinen Seitengassen abzubiegen.” Oft sei das ursprüngliche Mallorca um die nächste Ecke, man müsse eben nur drumherum schauen.

„Ich saß in einer dieser Gassen und hab mir eine vegane Pizza bestellt, die Freundin der Besitzerin war ebenfalls Gastronomin. Wir sind ins Gespräch gekommen und sie hat mich wiederum in ihr Lokal eingeladen. Ich weiß nicht, ob das etwas Typisches für Mallorca ist, aber irgendwie sind die Menschen hier sehr offen und kontaktfreudig, zumindest ist das meine Erfahrung.”

Für ihren Kurztrip Anfang März 2022 hat sich Eggert ein Hotel an der Playa de Palma als Ausgangsort für ihre Foto-Touren gesucht. Das sei eine Premiere, denn normalerweise suche sie sich Orte aus, die abseits der touristischen Adern lägen.

„Zum Beispiel war ich mal auf einer Finca mit Alpakas und habe dort im Austausch für meine Arbeitskraft umsonst übernachten dürfen. Das war sehr spannend! Auch, wenn sie mit Party an der Playa de Palma überhaupt nichts anfangen könne, seien die Sonnenuntergänge dort überwältigend. Ich sags ja: Schönheit ist hier überall.” Mit ihrem 125er-Roller und den öffentlichen Verkehrsmitteln hat die 33-Jährige in wenigen Tagen viele hundert Insel-Kilometer zurückgelegt. In der Kürze der Zeit ging es neben einer Erkundungstour durch Palma und El Arenal unter anderem durch die engen Gassen von Valldemossa, an die Steilküste von Banyalbufar, auf eine Wandertour durch die Gegend um Andratx und auf einen Kaffee in der Sonne am Hafen von Port de Sóller. „Mich faszinieren die Farben, die Mallorca hat. Die Terracotta-Töne der Architektur mit ihren Farbtupfern, die vielen Abstufungen von Blau und Grün des Himmels, des Meeres und der Natur. Die Insel hat einen ganz besonderen Charme. Nur schade, dass ich den Duft von Pinien, Salzwasser und Mandel-blüten nicht auf meinen Bildern mit nach Deutschland nehmen kann.”