Konzertstreams und Museumsbesuche: So entkommen Sie der Ausgangssperre online

| Mallorca |

Noch nie war das Internet so wertvoll wie in Zeiten der Ausgangssperre. Wurde in der analogen Welt der Kulturbetrieb lahmgelegt, gibt es auf digitalem Weg weiterhin Zugang zu Konzerten und Ausstellungen. So wurden zwar die aktuellen Konzerte des Sinfonieorchesters der Balearen abgesagt, doch auf Youtube finden sich einige Höhepunkte der vergangenen Jahre, darunter die Gala mit Startenor Juan Diego Flórez, die 2016 im Wiener Musikverein stattfand.

Der Vorteil des Internets: Es ist keimfrei, was biologische Viren betrifft. Deshalb kann man virtuell nach wie vor an die verschiedensten Orte der Welt reisen. Zum Beispiel nach Mailand. Dort haben sich Kammermusikformationen des Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi auf die Bühne des leeren Auditoriums gesetzt, um ihrem Publikum über www.laverdi.org/it/pages/lamusicanonsiferma kleine Konzerte frei Haus zu liefern.

„Die Philharmonie ist geschlossen – wir kommen zu Ihnen!“ Unter diesem Motto laden die Berliner Philharmoniker dazu ein, ihren virtuellen Konzertsaal kostenlos auf www.digitalconcerthall.com zu besuchen. Das Publikum erhält dort zahlreiche Konzerte sowie Bonus-Videos aus dem Backstage-Bereich.

Auch für die Opernfreunde ist gesorgt. Für die Dauer der Schließung hat die Berliner Staatsoper unter den Linden (www.staatsoper-berlin.de) bis 19. April einen Spielplan mit einem täglich wechselnden und kostenlosen Programm zusammengestellt, für das niemand auf die Straße gehen muss. Die Deutsche Oper Berlin (www.deutscheoperberlin.de) sowie die Staatsopern in Stuttgart (www.staatsoper-stuttgart.de/spielplan/oper-trotz-corona) und München (www.staatsoper.tv) trotzen dem Corona-Virus ebenfalls mit gratis Videos-On-Demand, wenngleich nicht im täglichen Wechsel.

Es muss nicht Klassik sein. Bei www.magenta-musik-360.de kann man das Konzert streamen, das der Songwriter und Softrocker James Blunt mit seiner Band am 11. März in der menschenleeren Elbphilharmonie in Hamburg gab. Und live von zu Hause unterhielten am Samstag, 14. März, der portugiesische Sänger und Musiker Salvador Sobral und der Gitarrist André Santos ihr Publikum. Dieses Konzert kann man auf der Facebookseite von Sobral abrufen.

Nach dem vorzeitigen Aus für die Leipziger Buchmesse hat MDR Kultur einige Autoren kurzerhand ins Studio geholt, von Ex-Außenminister Joschka Fischer bis zur Lyrikerin Nora Gomringer. Die Gespräche lassen sich unter www.mdr.de/kultur/buchmesse abrufen.

Für naturwissenschaftlich interessierte Zeitgenossen lohnt sich ein virtueller Besuch im Deutschen Museum. Über die Adresse digital.deutsches-museum.de/virtuell „Durch Welt, Raum und Zeit“ sind drei interaktive Audiotouren durch die Geschichte der Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Das Stöbern lohnt sich auch in den Sammlungen des Museums (www.deutsches-museum.de/sammlungen/). Dabei stößt man nicht nur auf kuriose Objekte, sondern findet auch einen Link zu dem Projekt „Once Upon a Try“. Diese größte Online-Ausstellung über Erfindungen und Entdeckungen aller Zeiten ist eine Koproduktion des deutschen Museums und Google Arts & Cultures.

Für die Zeit der eingeschränkten Bewegung hat die Stadt Palma die Webseite www.palmaculturaoberta.com eingerichtet. Über sie werden die Besucher zu zahlreichen kulturellen Angeboten weitergeleitet, von bedeutenden Einrichtungen wie dem Louvre, den Museen des Vatikans und dem British Museum über die nächtlichen Livestreams der Metropolitan Opera in New York bis hin zu digitalen Bibliotheken mit spanischsprachiger Literatur.

Über diese Website besteht auch die Möglichkeit, einen von 5000 Codes für den Zugang der Video-Plattform Filmin zu erhalten. Auf diese Weise kann man kostenlos die Filme sehen, die für das Atlàntida Film Fest ausgewählt wurden, das jeden Sommer analog in Palma und digital im Internet veranstaltet wird.

Die Online-Angebote, zu denen man über die Website der Stadt Palma kommt, zeigen aber auch eines: Was virtuelle Museumsbesuche und Konzertstreams betrifft, herrscht auf Mallorca, freundlich gesagt, ein großer Nachholbedarf. Das hat der Lockdown deutlich vor Augen geführt.

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