Die Wiener Pianistin Barbara Moser ist einer der drei Künstler, die an diesem Donnerstag auf Mallorca auftreten.

Man könnte es fast ein internationales Großaufgebot nennen, mit dem die Spielzeit 2022/2023 des Sinfonieorchesters der Balearen beginnt. Drei Solisten von Rang und Namen werden am Donnerstag, 29. September, im Trui Teatre in Palma de Mallorca mit den Sinfonikern auftreten: die Wiener Pianistin Barbara Moser, der russische Cellist Alexey Stadler sowie der japanisch-österreichische Violinist und Dirigent Joji Hattori.

Die drei Musiker sind nicht zum ersten Mal auf Mallorca. Allen voran Joji Hattori, der 2014/2015 neben Chefdirigent Pablo Mielgo der künstlerische Leiter des Sinfonieorchesters war und seither immer wieder als gern gesehener Gastdirigent und Solist nach Palma zurückkehrte. Auch Stadler spielte schon als Solist mit den Sinfonikern, übrigens unter dem Dirigat von Hattori, ebenso Moser, die 2011 mit dem Orchester im Castell de Bellver auftrat.

Dass diese drei Musiker auf Mallorca zusammenkommen, ist letztendlich Ludwig van Beethoven geschuldet. Der Komponist schrieb um 1804 das Tripelkonzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester und schuf damit eines der wohl seltensten Konzertformate der Musikgeschichte.

Weithin wird angenommen, dass Beethoven für den Klavierpart seinen Klavierschüler Erzherzog Rudolf von Österreich vorsah. Der Adlige war ein Dilettant, wie man seinerzeit – ohne abschätzigen Unterton – Amateurmusiker nannte. Deshalb hatte der Komponist den Klavierpart nicht allzu anspruchsvoll angelegt. Inzwischen wird diese Annahme, die auf Beethovens Sekretär und Biografen Anton Schindler beruht, angezweifelt. Möglicherweise hatte sich das musikalische Genie für die Aufführung seines Werkes selbst als Klaviersolisten vorgesehen.

Dass er Klavier- und Streicherparts nicht gleichgewichtig angelegt hatte, tut der Qualität des Werkes keinen Abbruch. So schrieb der österreichische Dramaturg und Publizist, Rainer Lepuschitz, dass das Tripelkonzert „in seiner Eigenart höchste Ansprüche” erfülle. „Die thematische Gestaltung ist in ihrer Effizienz bester Beethoven: Mit wenig Mitteln erzeugt er enorm viel Wirkung.”

Ergänzt wird das erste Konzert der Saison durch die Filmmusik „Music of Training and Rest” von Toru Takemitsu (1930-1996) und die Sinfonie Nr. 1 von Johannes Brahms.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Karten für 30 Euro sind – sofern noch verfügbar – online auf der Seite des Trui-Teatre erhältlich . Am Freitag, 30. September, wird das Konzert um 19.30 Uhr im Auditorium von Manacor wiederholt. Karten für 18 Euro gibt es auf der Webseite des Theaters. (mb)