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Es duftet nach frisch geröstetem Kaffee und aufgebackenen Zimtschnecken im Straßencafé im australischen Stil Surry Hills. Obwohl es erst kurz nach 9 Uhr am Samstagmorgen ist, hat sich das kleine Café in Palma schon mit zahlreichen internationalen Gästen gefüllt. Spanische, englische und französische Wortfetzen dringen durch die gemütlich eingerichteten Räumlichkeiten. Die Kaffeemaschine zischt und rauscht im Hintergrund und läuft auf Hochbetrieb. Neben diversen Frühstücks-Kreationen aus Downunder und Spanien ist das Surry Hills nämlich vor allem für seinen guten Kaffee bekannt.

Felipe Vessena, als „Barista” zuständig für die professionelle Zubereitung der Kaffeegetränke an der Espressomaschine, betreibt das Café mittlerweile seit sieben Jahren und ist im wahrsten Sinne des Wortes ein echter „Schaumschläger”. Denn erst vor kurzem hat sich der 34-jährige Argentinier gegen 31 Konkurrenten durchgesetzt und das Latte Art Throwdown-Turnier für sich entschieden, das vor einigen Tagen anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Cafés La Molienda in der Innenstadt von Palma stattfand. Bei dem lokalen Wettbewerb ging es darum, Bilder mit der in den Kaffee gegossenen Milch zu zeichnen.

Die Jury gab den Teilnehmern verschiedene Figuren vor: Schwäne, Tulpen, Rosen und Herzen. Die Kreation, die der Zeichnung am ähnlichsten war, gewann den Wettbewerb. „Es ist sehr einfach. Es gibt kein technisches Wissen, keine Bewertung der schönsten Zeichnung oder Dinge wie Symmetrie. Ich habe es einfach nach Gefühl gemacht”, erklärt Felipe Vessena. Die Jury entschied schließlich, welche Zeichnung dem vorgebenen Motiv am ähnlichsten erschien. „Das Turnier ist wie eine Fußballweltmeisterschaft”, erklärt der Argentinier und lacht.

Alle Kaffee-Kreationen wurden zunächst mit Kuhmilch gemacht, anschließend auch mit Hafermilch. Das Aufschäumen von Getreidemilch gestaltet sich allerdings als weitaus schwieriger. „Hafermilch hat weniger Fett und Eiweiß. Dies ist allerdings notwendig, um die Struktur der Zeichnung zu bilden”, erklärt der Argentinier.

Das Schwierigste des Wettbewerbs waren jedoch nicht die Zeichnungen, sondern vielmehr der Druck vom Publikum. „Es waren viele erfahrene Baristas anwesend, da will man alles richtig machen”, so Vessena. Im Finale konnte sich der Argentinier dann gegen seinen Landsmann und Inhaber des Café Molienda Marcos Vilderman durchsetzen.

Nach seinem Sieg plant Felipe Vessena nun selbst in seinen Cafés Surry Hills und dem vor kurzem neu eröffneten Hotto Coffee Lab Latte Art-Kurse zum Zeichnen des Milchschaums anzubieten. Diese sollen voraussichtlich im Februar und März kommenden Jahres in den oben genannten Cafés stattfinden und zwei Tage dauern.