Kronzeugen beschuldigen Hells Angels auf Mallorca

Weiterer Verdächtiger hat sich der Polizei gestellt

Hanebuth muss laut Medienberichten mit 23 Jahren Haft rechnen.

Hanebuth muss laut Medienberichten mit 23 Jahren Haft rechnen.

Foto: Foto: UH

Die Polizei auf Mallorca hat offenbar zahlreiche konkrete Beweise gegen die kürzlich festgenommenen Hells Angels. Laut der MM-Schwesterzeitung Ultima Hora gibt es zwei Kronzeugen, die die Rockerbande beschuldigen. Den Berichten zufolge wurden die beiden Personen in ein Schutzprogramm aufgenommen. Ein weiterer "Höllenengel" stellte sich unterdessen der Polizei.

Der Mann hatte sich tagelang vor den Behörden versteckt und erschien Ende letzter Woche in Begleitung seines Anwalts bei der Guardia Civil. Ein Richter ordnete Untersuchungshaft an, da der Rocker die geforderte Kaution von 15.000 Euro nicht aufbringen konnte. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

Nach eigenen Angaben handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen Hells-Angels-Anwärter, einen so genannten "Prospect". Bevor sie in den engeren Kreis der Rocker aufgenommen werden, müssen die "Prospects" laut Szene-Insidern die schmutzige Kleinarbeit auf der Straße übernehmen.

Aktuell beläuft sich die Zahl der Haftbefehle im Rahmen der Operation "Casablanca" nun auf 19. Drei der Verdächtigen kamen gegen Kaution wieder frei. Vier Personen konnten die verlangten Sicherheitsleistungen nicht aufbringen. In 12 Fällen sind die Vorwürfe so schwerwiegend, dass eine Freilassung gegen Kaution nicht in Frage kam. Insgesamt sitzen derzeit 16 Individuen im Gefängnis von Palma in Haft, darunter auch zwei mutmaßlich korrupte Polizisten.

Vier Verdächtige kamen vorerst ohne Geldleistung auf freien Fuß, müssen sich aber in einem Strafverfahren verantworten. Lediglich in zwei von 25 Fällen wurden die Ermittlungen eingestellt. Da derzeit intensiv Beweismaterial gesichtet wird, könnte sich der Kreis der Verdächtigen laut Polizei in den nächsten Tagen noch erweitern. Bei der inselweiten Razzia Ende Juli wurden unter anderem Festplatten und Dokumente festgestellt.

Wie Einsatzleiter Diego Cazalla dem Nachrichtemagazin "Focus" sagte, muss der mutmaßliche Bandenchef Frank Hanebuth in Spanien mit bis zu 23 Jahren Haft rechnen. "Alle Fäden laufen bei der Person Frank Hanebuth zusammen. Er bewegt Millionen, aber nichts ist auf seinen Namen eingetragen. Es war sehr schwierig, dieses Spinnennetz zu entwirren", wird der Polizist zitiert.

Laut Cazalla sollen sich die Hells Angels auf Mallorca auch als brutale Inkasso-Truppe verdingt haben. Nach Focus-Informationen wurden ganze Wohnungen und Häuser ausgeräumt. Bilder, Möbel und persönliche Dokumente sollen erst nach Begleichung von Schulden zurückgegeben worden sein. Bereits vor zwei Jahren hatte es demzufolge erste Strafanzeigen wegen Erpressung gegeben.

Die Ermittler werten den gemeinsame Großeinsatz von Guardia Civil und Policía Nacional als Erfolg. Während Frank Hanebuth und Konsorten in Deutschland trotz schwerwiegender Vorwürfe nie etwas nachgewiesen werden konnte, gebe es auf Mallorca nun handfeste Indizien.

 

 

 

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Marcus Hüttemann / Vor über 6 Jahren

,, ES GAB AUF MALLORCA HANDFESTE INDIZIEN'' Indizien sind keine Beweise! !! Kronzeugen ? Sicher wieder irgendwelche Schwerverbrecher die ihren Hals retten wollen so wie in Deutschland . In Wirklichkeit hat man mal wieder nichts gegen uns in der Hand .