Kalt erwischt: Mallorca im Regen

Erdrutsche, Überflutungen und umgestürzte Bäume halten Einsatzkräfte in Atem

Aufgepeitschte Gischt bei Can Pastilla, Palma.

Aufgepeitschte Gischt bei Can Pastilla, Palma.

Foto: Foto: Alejandro Sepúlveda
Aufgepeitschte Gischt bei Can Pastilla, Palma.Bei Puigpunyent trat der Torrent de Son Pont über die Ufer.Sturmböen an der Playa de Palma.In Palma lief die Unterführung von Son Oliva voll Wasser.Auch im Norden der Insel, an der Cala Carbó, wütete der Sturm.Bei Campanet sprudeln erstmals seit April die Quellen von Ses Fonts Ufanes wieder.

Das Unwetter auf Mallorca hat Polizei und Feuerwehren zu zahlreichen Einsätze ausrücken lassen. In den Bergen behinderten Gerölllawinen den Verkehr, in Palma liefen Unterführungen voll, inselweit warfen die Windböen Bäume um. In den kommenden Tagen bleibt es kalt, auch wenn die Niederschläge nachlassen. Am Freitag sinkt die Schneefallgrenze erneut auf 800 Meter.

Der Regen ließ die Flussbetten, die das meiste Jahr über trocken liegen, anschwellen. Bei Puigpunyent trat der Torrent de Son Pont über die Ufer und flutete eine Straße, die jedoch letztlich nicht gesperrt werden musste.

Am Fuße des Puig Major wurden auf der Finca von Son Torrella von Sontag bis Montag 119 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. In Bunyola waren es 119 Liter und auf der Serra d' Alfàbia 100 Liter pro Quadratmeter. Die Wetterstation in Palma Portopi registrierte knapp 38 Liter pro Quadratmeter.

Betroffen von den Windböen war am Montag vor allem der Norden der Insel. In Pollença wurden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometer gemessen. Auch an der Playa de Palma ließen die Winde die Wogen hochgehen: Palmas Meerespromenade in El Molinar und Portitxol wurde von den Wellen überspült. In Can Pastilla stand der Strand unter Wasser.

In den Bergen kamen die Straßenmeistereien kaum nach, die Erdrutsche und Gesteinsbrocken von der Fahrbahn zu entfernen. Betroffen waren vor allem die Strecken Caimari-Lluc und Andratx-Estellencs, wo im Sommer der verheerende Waldbrand gewütet hatte.

In Felanitx, Manacor, Palma, Calvià, Sóller, Marratxí und Alcúdia mussten Feuerwerhrmänner umgestürzte Bäume aus dem Weg räumen oder Dächer sichern, von denen die Sturmböen die Dachziegel hinweggefegt hatten. Auch von den Balkonen wurden zum Teil Blumentöpfe in die Tiefe gerissen. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand. 

Die weiteren Aussichten: Für Mittwoch hat das Wetteramt die niedrige Risikostufe Gelb wegen Regen, Windböen und hohen Wellen ausgegeben. Die Schneefallgrenze sinkt im Laufe des Tages von 1200 auf 800 Meter. Die Höchstwerte liegen bei 12 Grad.

Für Donnerstag ist zumindest weniger Regen angesagt. Es bleibt bei den Warnungen des balearischen Wetteramtes wegen starker Winde und rauer See. Am Freitag ist wieder mit mehr Niederschlägen zu rechnen. Hinzu kommen Windböen von bis zu 80 Stundenkilometern. Die Schneefallgrenze liegt am Freitag bei 800 Meter, steigt jedoch im Verlauf des Samstag auf 1100 Meter.

Die Regenflut ließ erstmals seit April auch wieder die Quelle Ses Fonts Ufanes bei Campanet sprudeln. Am Montagvormittag trat plötzlich wieder das Wasser aus dem Boden des Eichenwaldes hervor. Das Naturschauspiel lockt stets Hunderte von Schaulustigen an. Mit ihnen wird vor allem an diesem Wochenende gerechnet. Die Öffnungszeiten der Finca Petit Gabellí, auf der die Quellen hervorbrechen, sind von 10 bis 17 Uhr. Unter Telefon 900-151617 kann man sich vergewissern, dass die Quelle noch sprudelt. Parkplätze sind rar, und im Frühjahr hatte die Lokalpolizei von Campanet zahlreiche Strafzettel verteilt. (as)

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