Gerichtsmedizin: Pierotti hat sich selbst getötet

Unternehmer aus Magaluf litt an Tumor und hinterließ Abschiedsbrief

Beging Selbstmord: Magaluf-Unternehmer Javier Pierotti.

Beging Selbstmord: Magaluf-Unternehmer Javier Pierotti.

Foto: Foto: Archiv Ultima Hora

Der Unternehmer Javier Pierotti, der den Polizeiskandal von Magaluf aufdeckte, hat sich dem gerichtsmedizinischen Gutachten zufolge eigenhändig das Leben genommen. Der 40-Jährige hatte Medikamente, zum Teil aus der Tierhaltung, sowie Alkohol eingenommen. Die Ermittler fanden zudem einen Abschiedsbrief, berichtet die spanische Tageszeitung "Ultima Hora" am Montag.

Pierotti, der seit 19 Jahren Nachtlokale in Magaluf auf Mallorca betrieb, hatte erst vor wenigen Tagen als Zeuge vor der Richterin ausgesagt, die derzeit in dem Korruptionsfall ermittelt. Der frühere Polizeichef von Calvià sitzt seit Anfang September in Untersuchungshaft. Die Polizei in Calvià steht im Verdacht, die Bars und Lokale der berüchtigten Party-Meile "Punta Ballena" in Magaluf mit zweierlei Maß überwacht zu haben.

Gastronomen, die auf gutem Fuße mit der Polizei standen, wurden weniger streng auf die Einhaltung der kommunalen Lärmauflagen und Sperrzeiten kontrolliert als Betriebe der Konkurrenz. Pierotti hatte die ungleichen Zustände in Magaluf seit zwei Jahren unter anderem im Internet publik gemacht und dem Rathaus von Calvià, das der Lokalpolizei vorsteht, Untätigkeit vorgeworfen. Zuletzt hatte Pierotti den Rücktritt von Bürgermeister Onieva gefordert.

Der Ermittlungsrichterin sagte der Unternehmer, er habe Todesdrohungen erhalten.

Die Leiche des Unternehmers war am Samstag unweit der Burg von Alaró gefunden worden. Nebem dem Toten lag eine Flasche Wein. Die Geichtsmediziner entdeckten zudem eine Schnittwunde am Hals von Pierotti. Diese habe jedoch nicht zum Tod des 40-Jährigen geführt.

Der aus Argentinien stammende Pierotti wohnte in Alaró. Für seinen Freitod hatte er sich offenbar an eine hochgelegene Stelle begeben, die einen weiten Blick über die Insel bot. 

Der Tod des Unternehmers hat seine Feunde, Kollegen und Mitarbeiter konsterniert. Nur wenigen von ihnen war bekannt gewesen, dass der 40-Jährige an einem Tumor litt und bereits ein Auge verloren hatte. (as)

Kommentar

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Klaus / Vor über 5 Jahren

@Paula: Die Abrechnung mit den korrupten Bullen und Kommunalpolitikern war er sich vor seinem Tod wahrscheinlich noch schuldig. Ausserdem hatte er ja nichts mehr zu verlieren. Einem anderen wäre das Reden wohl nicht so leicht gefallen. Trotzdem war das ein mutiger Mensch. R.I.P.

Paula / Vor über 5 Jahren

erst geht er zum Staatsanwalt und dann, vor Abschluss des Verfahrens, in den Freitod? Seltsam.