Zwei Schimpasen lebten im Safari-Zoo | Foto: Archiv

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Die spanischen Behörden haben den Safari-Zoo in Sa Coma unter die Lupe genommen. Am Donnerstag waren Inspektoren der Umweltbehörden und Amtstierärzte im gesamten Tierpark unterwegs. Das sagte der Zoodirektor Henning Mentz dem Mallorca Magazin. Derzeit laufen die Untersuchungen, wie es zu dem Ausbruch der beiden Schimpansen Adam und Eva vergangene Woche kommen konnte.

Dem Affenpaar war es gelungen, aus ihrem Gehege zu flüchten. Eine Querstrebe des Käfigs war gebrochen, durch die entstandene Öffnungen hatten sich die Tiere hindurchgezwengt. Die Behörden erstellen nun einen Untersuchungsbericht, ob der Safari-Zoo Schuld trägt. Bis das Schriftstück vorliegt, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Henning Mentz spricht von einem Unfall, der Zoo hätte sich nichts vorzuwerfen. Mündlich hätten die Inspektoren ihm bestätigt, dass es im Zoo nichts zu beanstanden gebe.

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Ihre Flucht endete für die Schimpansen tödlich. Das Weibchen wurde nach einigen Stunden von Jägern geschossen, da sie als sehr gefährlich und aggressiv galt. Das Männchen fanden Mitarbeiter der benachbarten Kläranlage vier Tage später in einem der Becken. Ob der Affe ertrunken ist, muss eine Autopsie klären.

"Ich grüble darüber nach, warum Adam in die Kläranlage ging", sagt der Zoodirektor. Denn Schimpansen scheuen zum einen das Wasser, zum anderen trinken sie nur saubere Flüssigkeiten. Mentz schließt also aus, dass der Affe in das Klärbecken stieg, weil er durstig war. Allein der Gestank hätten ihn abgeschreckt. Eine mögliche Erklärung lieferten währenddessen die Mitarbeiter der Anlage. Im Gespräch mit dem Zoodirektor sagten sie, dass sich in den Klärbecken eine feste Kruste auf der Oberfläche bildet. So wäre es möglich, dass der Schimpansen annahm, er steigt auf eine harte Oberfläche, brach ein und ertrank.

Die Kritik der Zoogegner reißt währenddessen nicht ab: Am Sonntagmittag wollen Tierschützer wieder vor dem Safari-Zoo demonstrieren. Sie fordern, dass der Tierpark geschlossen wird. Bereits am vergangenen Wochenende hatten sich Demonstranten am Eingang des Safariparks versammelt. Zudem laufen im Internet zwei Petitionen gegen den Zoo. (cls)