Petermännchen: Die Gefahr lauert im Sand

| Mallorca |
Das Petermännchen wird als Speisefisch auf dem Markt angeboten

Das Petermännchen wird auf Mallorca auch als Speisefisch auf dem Markt angeboten, die Giftstacheln werden dann allerdings entfernt.

Foto: Foto: Pere Bota

Eine Begegnung mit dem Petermännchen wünschen sich weder Touristen noch Residenten. Die einzige Ausnahme: auf dem Teller. Denn der Fisch, von dem es mehrere Arten gibt, ist giftig. Das unscheinbare Tier verfügt über giftige Stachel an der Rückenflosse und den Kiemendeckeln. Das Petermännchen gilt sogar als der giftigste Fisch Europas. Wenn man von ihm gestochen wird, hinterlässt das eine schmerzende Wunde bis hin zu einem allergischen Schock.

Die Tiere leben im gesamten Mittelmeer-Raum. Sie gehören zu den Barschfischen und werden zwischen 15 und 50 Zentimeter lang. Sie graben sich tagsüber im Uferbereich in den Sand ein und sind dort perfekt getarnt. Badende können die Tiere dann kaum noch wahrnehmen.

Tritt man auf ein Petermännchen, spürt man einen stechenden Schmerz. "Das Problem ist das Gift des Fisches, weniger die Wunde, die durch den Stich entsteht", sagt Internist Prof. Dr. Andreas Dietz vom Centro Médico in Palma. Er rät, die Wunde zu desinfizieren und Stachelreste zu entfernen, wenn diese stecken geblieben sind. Ärztlicher Rat sollte eingeholt werden, wenn die Wunde stark blutet sowie wenn das Gewebe rund um die Verletzung innerhalb von 30 Minuten stark anschwillt und sich rötet. Dann reagiere der Körper massiv auf das Gift. "Man sollte das nicht verharmlosen", betont Dietz, "und auf keinen Fall warten, bis erst Übelkeit oder Kreislaufschwäche eintreten." Ein Arzt verabreiche in der Regel ein Kreislaufmittel, um den Patienten zu stabilisieren. Auch warme Umschläge helfen, da das Toxin des Petermännchens hitzeempfindlich ist.

Bei einer heftigen allergischen Reaktion drohe Herzstillstand. Doch Dietz warnt vor Panikmache: "Die Verletzung ist durch lokale Maßnahmen gut zu therapieren." Meist klingen die Beschwerden nach einigen Stunden wieder ab. Es sei dramatischer, in einen Schwarm Quallen zu geraten. Ihm sei von der Insel kein Todesfall durch den Stich eines Petermännchens bekannt.

Schutz ist möglich: Badeschuhe sollten benutzt werden. Zudem sollten Angler Handschuhe tragen, um die zappelnden Fische aus dem Netz oder von der Angel zu holen. Auch Tauchern rät die Informationszentrale gegen Vergiftungen aus Bonn Abstand zum Petermännchen zu halten.

Auf dem Markt werden Petermännchen verkauft, auf Katalanisch heißen sie Peix Aranya (Spinnen-Fisch). Ihr Fleisch ist weiß und fest. Die Giftstacheln werden entfernt, wenn die Tiere in den Handel kommen. Auf Mallorca wird daraus typischerweise Fischsuppe zubereitet.

(aus MM 27/2015)

Kommentar

Nutzungsbedingungen

Rechtlicher Hinweis

» Der Inhalt der Kommentare spiegelt die Meinung der Nutzer wider, nicht die von mallorcamagazin.com

» Es ist nicht erlaubt, Kommentare abzuschicken, die gegen das Gesetz verstoßen oder unangebrachte, beleidigende oder ehrverletzende Inhalte haben.

» mallorcamagazin.com behält es sich vor, unangemessene Kommentare zu löschen.

* Pflichtfelder

Alex / Vor über 2 Jahren

Ich musste ins Krankenhaus und hatte schmerzen die fast nicht zu ertragen waren Tipp: sofort Fuß in sehr heißes Wasser, damit das Gift stocken kann und starke Schmerztabletten nehmen. Krankenhaus war leider völlig planlos