Der Architekt Ralph Schürmann reiste für einen Tage nach Palma, um seine Aussage zu machen. | Jaime Morey

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Der Münsteraner Architekt Ralph Schürmann hat am Montag im Fall Palma Arena als Zeuge ausgesagt. Auf der Anklagebank sitzen der ehemalige balearische Ministerpräsident Jaume Matas sowie José Luis Ballester, zur damaligen Zeit Generaldirektor für Sport auf den Balearen. Sie stehen wegen des Verdachts der Korruption bei der Beauftragung der Architekten für den Bau der Mehrzweckhalle Palma Arena vor Gericht.

Schürmann, Spezialist für den Bau von Radrennbahnen war 2004 von Ballester beauftragt worden, die Palma Arena zu planen. Vor Gericht wurde der Architekt nun zweieinhalb Stunden lang vernommen. Er musste sein Auftragsverfahren, die Höhe seiner Honorars und das Vertragsende darlegen.

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Schürmann und die Balearen-Regierung trennten sich im Frühjahr 2006 im Streit. Die Architekten-Brüder Luis und Jaime García Ruiz übernahmen – wohl auf persönliche Empfehlung von Matas hin – das Projekt. Schürmann betonte, dass man damals Gründe gesucht hätte, um ihn loszuwerden. Außerdem hätten die Brüder García Ruiz seine Pläne weitestgehend übernommen und nur leicht modifiziert.

Matas drohen vier Jahre Haft in diesem Fall um die Auftragsvergabe an Schürmann sowie an die Brüder García Ruiz. Die Palma Arena, eine Multifunktionshalle mit Radrennbahn, steht im Zentrum eines mehrteiligen Verfahrens gegen Matas. Ihm werden Verschwendung öffentlicher Mittel, Bestechung und Amtsmissbrauchs zu Lasten gelegt. In den 26 Einzelprozessen will die balearische Justiz das Korruptionsgeflecht aufdecken. Auch der Fall Nóos gehört dazu. Laut Gerichtsexperten wird ein Abschluss der gesamten Verfahrensreihe erst in zwei Jahren erwartet. (cls)