Mücken und Co.: Weg mit den Plagegeistern

| Palma, Mallorca |
Wer sich einsprüht, gewinnt an Lebensqualität.

Wer sich einsprüht, gewinnt an Lebensqualität.

Foto: Ultima Hora
Wer sich einsprüht, gewinnt an Lebensqualität.So sieht sie aus, die Tigermücke.

Es hat mehr geregnet als in anderen Jahren in diesem Mallorca-Frühling. Kein Wunder, dass derzeit viele Mücken die Menschen nerven. „2018 gibt es so viele tagaktive Tigermücken wie nie zuvor”, so Miquel Bengoa vom Auskunftsdienst Moscard Tigre. Und auch Tiere der dämmerungsaktiven Unterart Aedes caspius gedeihen prächtig in Süßwasserrückständen wie im Pla de Sant Jordi am Flughafen. Die nachtaktiven Culex-Mücken brauchen kein Wasser, um sich fortzupflanzen, nerven die Menschen aber dennoch.

Um sich zu schützen, empfiehlt es sich, stehendes Wasser im Umkreis des trauten Heims zu beseitigen. Dann sollte man feinmaschige Fenstergitter installieren. Doch die sind nicht hundertprozentig vertrauenswürdig.

Optimaler schützen chemische Abwehrmaßnahmen. Man kann etwa ein spezielles Gerät in die Steckdose schieben, und dann verdampfen Flüssigkeiten in Plättchen. Die Substanzen bestehen aus synthetischen Insektiziden, die Pyrethroide genannt werden. Experten empfehlen, die Apparate vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen zu benutzen und dann abzuschalten. Hält man sich draußen auf, so kann man sich mit einem Pumpspray einsprühen. Die Mittel Autan, Anti Brumm, Doctan oder Nobite sind mit unterschiedlichen Wirkstoffen gefüllt. Sie schlagen mit Beträgen zwischen 20 Cent und 1,30 Euro pro zehn Milliliter zu Buche und werden auch als Lotion oder Milch verkauft.

Auch Ultraschallgeräte für die Steckdose oder sogar auf Smartphones herunterladbare Apps, die einen bestimmten Ton erzeugen, kann man erstehen. „Das funktioniert aber in der Regel nicht”, so Mückenexperte Bengoa. Rauch von Zigaretten oder Feuern hilft ebenfalls kaum gegen die aggressiven Blutsauger. Auch vor Knoblauch schrecken die Nervensägen – anders, als einige glauben mögen – nicht zurück.

Begrenzt wirksam sind allerdings Kerzen. Und sogenannte Citronella-Kerzen sind sogar noch effektiver bei der Reduzierung der Anzahl von Stichen. Zuweilen hilft auch helle Kleidung: Es ist erwiesen, dass sich Mücken lieber auf dunkler Kleidung niederlassen und dann durch diese stechen. Und Baumwolle zieht sie mehr an als Polyester.

Der effektivste Wirkstoff ist synthetisch und heißt Diethyltoluamid, kurz Deet. Die Substanz kann aber Kunststoffoberflächen angreifen, also Sonnenbrillen beschädigen. Icaridin (Hydroxyethyl Isobutyl Piperidin­Carboxylat) ist der am zweithäufigsten benutzte, ebenfalls synthetische Stoff. Auch die Hersteller des besonders bekannten Mittels Autan schwören auf diese Substanz. Dann ist da noch PMD, das aus Zitronen-eukalyptusöl gewonnen oder synthetisch hergestellt wird. Es wirkt aber viel kürzer als Icaridin und Deet. Der Stoff Ebaap (Ethyl-butylacetyl-aminopropionat) wehrt Mücken ebenfalls nur schlecht ab. Ätherische Öle wie Lavendelöl sind zwar natürlich, aber quasi unwirksam.

Die Wirkstoffe von Mückenmitteln können Schleimhautreizungen und Hautrötungen verursachen, aber nichts Schlimmeres. „Keiner muss sich Sorgen machen, die Mittel werden von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen”, so Mückenexperte Miquel Bengoa. „Kinder unter zwei Jahren sollte man damit aber nicht einsprühen.”

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