Angeklagte im Mordprozess auf Mallorca schwer belastet

| Palma de Mallorca |
Die Beschuldigte und ihre beiden Anwälte vor dem Schwurgericht in Palma de Mallorca.

Die Beschuldigte und ihre beiden Anwälte vor dem Schwurgericht in Palma de Mallorca.

Foto: Ultima Hora

Wichtige Zeugen haben auf Mallorca im Fall um den toten Auswanderer Horst Hans R. (70) gegen die Angeklagte ausgesagt.

Ein Polizist sagte, die Arme des Opfers hätten wie nach dem "Schinkenschneiden" ausgesehen. Zudem wurden verschiedene Messer präsentiert, die blutbeschmiert in der Wohnung aufgetaucht waren. Eines davon soll nach Angaben der Ermittler eine besondere Zahnung aufweisen, die mit den Wunden von Horst Hans H. übereinstimme.

Zuvor hatte es geheißen, den Mallorca-Deutsche seien angeblich bei lebendigem Leib Fleischstücke aus Armen und Beinen geschnitten worden. Die Angeklagte und ihre Anwälte sprechen jedoch von einer tödlichen Hundeattacke. Die Spuren scheinen nicht ganz eindeutig zu sein. Auf Antrag der Verteidigung war eigens eine zweite Autopsie durchgeführt worden. Die beiden Kampfhunde, um die es dabei geht, sind jedoch unter mysteriösen Umständen spurlos aus einem Tierheim verschwunden.

Gegen die 49-jährige Svetlana B. spricht auch ein Zeuge, dem die Frau nach seinen Worten 50.000 Euro für einen Auftragsmord an Horst Hans R. angeboten hatte. "Sie stand unter Alkohol und Drogen. Ich habe das nicht ernst genommen und bin gegangen", sagte der Mann, der zuvor offenbar Kokain in die Wohnung geliefert hatte. Die Verteidigung bestreitet diese Darstellung und geht von einem "Racheakt" aus.

Ein weiterer Drogendealer soll unterdessen von Svetlana B. zum Sex und zur Tötung ihres Gatten aufgefordert worden sein. Allerdings sagte der Mann nicht selbst aus, sondern stattdessen ein Bekannter vom Hörensagen. Diesem Zeugen gehört in Cala Millor eine Bar.

Das Schwurgericht hat zwischen einem Freispruch und einer langjährigen Haftstrafe wegen heimtückischen Mordes zu entscheiden. Die Staatsanwaltschaft fordert 25 Jahre Haft.

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