Entzug von Sóller-Tunnel-Konzession war rechtswidrig

Sóller, Mallorca |
Früher mussten an den Bezahlhäuschen pro Tunnel-Durchfahrt mehr als 5 Euro entrichtet werden.

Früher mussten an den Bezahlhäuschen pro Tunnel-Durchfahrt mehr als 5 Euro entrichtet werden.

Foto: Archiv

Das ist ein Paukenschlag! Das Verwaltungsgericht in Palma de Mallorca hat den Entzug der Konzession des Sóller-Tunnels durch den Inselrat vor drei Jahren für nichtig erklärt. Die Behörde hätte sie dem damaligen Betreiber Globalvía nicht vorzeitig absprechen dürfen, so die Juristen. Der Inselrat gab bekannt, die Entscheidung zu respektieren, aber dagegen in Berufung gehen zu wollen.

Der bis 2017 privatbetriebene drei Kilometer lange Straßentunnel zwischen Bunyola und dem Sóller-Tal war jahrzehntelang eine der teuersten Röhren Spaniens. Zuletzt zahlten Nutzer pro Durchfahrt mehr als fünf Euro. Der seit 2015 von einem Linkspakt regierte Inselrat entzog Globalvía vorzeitig die Konzession, bezahlte hierfür eine Entschädigung und lässt Autofahrer seither kostenlos durch den 1999 fertiggestellten Tunnel fahren.

Da Globalvía die Entschädigungszahlung zu gering war, zog das Unternehmen gegen den Entzug der Konzession schließlich vor Gericht – und gewann. Es bleibt abzuwarten, welche Entscheidung die nächstinstanzlichen Richter treffen. (cze)

Kommentar

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich registrieren lassen und eingeloggt sein.

* Pflichtfelder

Majorcus / Vor etwa 1 Jahr

Recht ist auf dieser Insel flexibel?

petkett / Vor etwa 1 Jahr

Der Eindruck hat Bestand, das der Inselrat nach gut dünken und etwas Diktatorisch handelt. Zum Glück gibt es noch so etwas wie rechtssprechung. Das Problem ist dabei, wer Recht hat muss noch lange keines bekommen. Mit der Bitte, nicht weiter so. Erst überlegen, dann handeln.

Burkard / Vor etwa 1 Jahr

Bis wann wäre die Konzession denn ohne den vorzeitigen Entzug gegangen?

cashman1 / Vor etwa 1 Jahr

Anstatt sich mit dem Tunnelbetreiber im Voraus einvernehmlich zu einigen, legen es die Linken auf eine Gerichtsverhandlung an. So treibt es die Kosten natürlich in die Höhe, zusätzliche Gerichtskosten, Anwälte, Zinsen usw. Na ja, ist ja wieder das Geld anderer Leute, die hier zum Fenster rausgepulvert wird.

Berger / Vor etwa 1 Jahr

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren! Die vom Inselrat brauchen das!

frank / Vor etwa 1 Jahr

Mal wieder ne typisch mallorquinische Aktion.Im Entziehen und verbieten ganz schnell.Egal ob erlaubt oder nicht...