Ein Turm mit Geschichte

| Mallorca |
SOLLER. PATRIMONIO. TORRE PICADA DE SOLLER.

Die Torre Picada ist elf Meter hoch.

Schon vom Hafen in Sóller aus sieht man den Wehrturm hoch oberhalb der Klippen: die Torre Picada. Zum Turm gelangt man über den Weg in Richtung des Luxushotels Jumeirah. Von der Strandpromenade aus geht es zunächst eine Seitenstraße hoch. Schließlich biegt man vom Hafen kommend rechts ab: Vorbei an Olivenhainen, mallorquinischen Gärten und Orangenbäumen führt ein versteckter Weg hoch zum Turm. Dieser ist Teil eines inselumspannenden Netzes von Beobachtungsposten, die im 17. Jahrhundert zum Schutz vor Piratenangriffen dienten. Historische Aufzeichnungen belegen, dass die Pläne zum Bau des Wachturms nach den letzten großen Piratenangriffen 1561 erfolgten. Im Jahr 1622 wurde die Torre Picada schließlich fertiggestellt. Zwei Wachmänner hielten ständig Ausschau nach möglichen Angreifern. Um Eindringlinge besser abwehren zu können, wurde die Tür in mehreren Metern Höhe eingebaut. So konnte der Eingang des Turms nur mit einer Leiter erreicht werden.

Die Torre Picada ist mit ihren elf Metern Höhe und fast gleich langem Durchmesser eines der größten Militärbauwerke dieser Art auf Mallorca. Da der Wachturm restauriert wurde, ist er in einem guten Zustand. Die Torre liegt oberhalb der 160 Meter hohen Felsklippen. Der Wehrturm befindet sich in Privatbesitz und darf nicht betreten werden. Doch schon allein die unter Naturschutz stehende Umgebung ist einen Besuch wert. In westlicher Richtung blickt man über den Hafen von Sóller, bis zum Leuchtturm Cap Gros. Ostwärts befindet sich die kleine Insel S’Illeta.

Besonders am Wochenende ist der Wachturm ein beliebtes Ausflugsziel. Viele Spaziergänger laufen den etwa 45-minütigen Weg vom Hafen Sóllers hoch.

Das Areal rund um die Torre Picada ist auch lokalpolitisch ein Thema: Jüngst hat ein Eigentümer der Gegend zwischen dem Berg Coll de S’Illa und der nahegelegenen Aussichtsplattform „Ses Puntes” eine genaue Erfassung der umliegenden Wege gefordert. Denn: Einige Wanderrouten führen teilweise über privaten Grundbesitz. Es handelt es sich um fünf Grundstücke mit einer Fläche von insgesamt 50 Hektar. Das Rathaus in Só-ller soll nun die Wegerechte prüfen. Zumindest der Weg zur Torre soll für Spaziergänger weiterhin zugänglich sein. (cg)

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