Fünf Gründe, warum das Coronavirus auf Mallorca unter Kontrolle ist

| Palma, Mallorca |
Entspannte Lage auf den Balearen und Mallorca: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit 20. Februar unter 50, weshalb die Region für Deutschland kein Risikogebiet mehr ist.

Entspannte Lage auf den Balearen und Mallorca: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt seit 20. Februar unter 50, weshalb die Region für Deutschland kein Risikogebiet mehr ist.

Foto: DANIEL ESPINOSA

Am 14. Januar lag die Sieben-Tage-Inzidenz auf Mallorca und den Balearen bei 354 Fällen je 100.000 Einwohner. Am Mittwoch, 14. April, genau drei Monate später, liegt sie nach Angaben des balearischen Wirtschaftszirkels bei 30. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 153. Fünf Gründe, die das mallorquinische Wunder erklären.

Mallorca: Bars und Restaurants mussten schließen

Der, der die Gründe nennt, heißt Jordi Reina. Er ist 61 Jahre alt und Chefvirologe in Palmas Universitätskrankenhaus Son Espases. Grund Nummer eins: "Es hat uns geholfen, Bars und Restaurants im Januar zu schließen", sagt er. Die durften erst sechs Wochen später, im März, wieder öffnen – und nur auf Terrassen bewirten.

Jordi Reina ist Chef-Virologe in Palmas Universitätskrankenhaus.
Jordi Reina ist Chef-Virologe in Palmas Universitätskrankenhaus.

Grund zwei für den Rückgang der Coronavirus-Zahlen auf Mallorca war Reina zufolge der Impfstart. "Wir haben ältere Menschen in Seniorenheimen geschützt", sagt er. Ende Dezember begannen die Gesundheitsbehörden, Bewohner von Seniorenheimen sowie die dortigen Mitarbeiter zu impfen. Nun seien rund 90 Prozent der Menschen in Residencias geimpft.

An Ostern wurde Mallorca abgeriegelt

Grund drei: die Osterwoche, in Spanien Semana Santa genannt. "Die Inseln über diese Zeit abzuriegeln, war für viele Menschen eine große Einschränkung", betont Reina. Es habe viele Klagen gegeben, weil die Situation paradox gewesen sei. "Wir durften nicht im eigenen Land reisen, aber Urlauber durften kommen." Doch diese Restriktionen scheinen sich dem Virologen zufolge auszuzahlen.

Grund vier: die Insellage. Außer über Flug- und Seehafen kommt niemand auf die Balearen. "Hier ist es einfach, den Verkehr zu regeln. Da haben wir Glück", sagt Reina. Auf dem Festland sei es mit hunderten Zugangsstraßen schwieriger, Regionen abzuriegeln. An Palmas Flughafen Son Sant Joan und Mallorcas Häfen wurden an Ostern Kontrollen verstärkt.

Das Wetter spielt bei der Corona-Bekämpfung eine Rolle

Grund fünf: das Klima. Die Temperaturen sind gestiegen und Menschen verbringen mehr Zeit draußen. "Das ist ein Unterschied zum Winter, wenn sich viele in geschlossenen Räumen aufhalten", sagt Reina. Über Ostern war es auf Mallorca oft wärmer als 20 Grad und abends ist es seit Ende März eine Stunde länger hell.

Wann wird gelockert?

Bleibt die Frage an den Experten, wann gelockert werden kann. "Wir sollten noch abwarten, bis die Osterferien zwei Wochen hinter uns liegen." Das ist am 26. April der Fall. "In Innenräumen von Bars und Restaurants sollte Ende Mai wieder bewirtet werden können." Dadurch hätten auch Urlauber mehr Möglichkeiten. Die Atemschutzmaske müssten Bewohner wie Urlauber aber wohl noch den ganzen Sommer im Freien tragen.

Kommentar

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M. Moeller / Vor 29 Tage

In Deutschland leben fast 84 Millionen Mneschen dicht an dicht. Die Großhochzeiten ,Beerdigungen mit 600 Gästen und die Treffen mit der Familie beim Fastenbrechen, sowie verbotene Treffen in Bars nachts , sind m. A. n Superspreaderevents , während sich Michel und Hilde penibel an die Regeln halten und ihre eigenen Kollegen und Nachbarn bei den kleinsten "Nachlässigkeiten anzeigen. Die Personen die auf den Intensivstationen liegen, sind der beste Beweis. Das darf aber wieder niemand sagen oder schreiben, denn dann ist er in der berühmten "Ecke" Glückwunsch an die Mallorquiner, die auf dem richtigen Weg sind.

M / Vor 1 Monat

"Der h-Index ist eine Kennzahl für die weltweite Wahrnehmung eines Wissenschaftlers in Fachkreisen." Quelle: wikipedia H-Index: Christian Drosten 103, Hendrik Streeck 42, J. C. Reina 20, Alexander Kekulé 15 - bevor man auf Kekulé oder Reina hört, sollten man sich lieber an Drosten halten. Personen, die entgegen ärztlichem Rat NICHT "den ganzen Sommer Masken" tragen, sollten besser zu Hause bleiben, weil Ihnen die erforderlich Einsichtsfähigkeit fehlt.

M / Vor 1 Monat

@dan: Sie haben Recht - der h-Index von Reina liegt nur bei 20, Streek hat 44 und Drosten 71 - also sollte klar sein, auf wem man hören sollte - auch die Politik ...

Eric aus dem Norden / Vor 1 Monat

Warum kann man einfach Aussagen nicht einfach mal akzeptieren? Warum wird auf Lauterbach geschimpft, obwohl er bisher in jeder seiner Aussagen richtig lag? Warum wissen hier so viele alles besser als die Fachleute?

Mir geht es mittlerweile auf die Zwiebel, wie mitleidig hier manche Deutsche sind. Mal Arsch zusammenkneifen und durch. Es gibt andere Ländern, die haben nix. Euch geht es also gut !

carlos / Vor 1 Monat

Ein weiterer und wohl der entscheidende Grund ist, dass März/April die Fälle der üblichen Atemwegserkrankungen (Influenza/Corona) zurückgehen. Ob mit Maßnahmen (Spanien/Deutschland) oder auch ohne (Schweden/Texas/Florida etc.etc.).

Aber sich selbst loben, das können die Politiker halt am Besten!

Lockdown-Michel / Vor 1 Monat

Merkel und Klabauterbach ist das egal. Bald wird die Insel zum "Virusvariantengebiet" erklärt und tabu sein. Durch den Bundes-Lockdown könnten über die neue Verordnungsermächtigung regionale Mobilitätsbeschränkungen und Ausreiseverbote kommen, wird in Berlin gemunkelt. Freiheit geht für immer verloren, wenn man sie sich nicht jeden Tag aus Neue erkämpft.

Michael Düsseldorf / Vor 1 Monat

@dan Meine vollste Zustimmung. Hinzufügen würde ich noch, dass diese "Experten" keinerlei Verantwortung tragen (brauchen) für die sozialen und wirtschaftlichen Schäden ihrer Empfehlungen oder Prognosen- daher können sie reden was sie wollen, nicht viel wert.

Roland / Vor 1 Monat

"In Innenräumen von Bars und Restaurants sollte Ende Mai wieder bewirtet werden können. Die Atemschutzmaske müssten Bewohner wie Urlauber aber wohl noch den ganzen Sommer im Freien tragen." In Restaurants keine Maske, aber im Freien. Habe ich hier etwas falsch verstanden?

FM Parker / Vor 1 Monat

Was für eine Selbstbeweihräucherung, bei dieser Politik sind bald alle pleite.

dan / Vor 1 Monat

Wenn der Herr Chefvirologe herausposaunt, noch im Sommer müßten alle draußen Masken tragen, dann sagt er, ich habe keine Ahnung wovon ich rede. Es soll sich doch bitte auf sein Gebiet beschränken. Ja, die Eitelkeit , verführt viele "Experten" heutzutage sich furchtbar wichtig nehmen und zu geben. Lauterbach allen voran. Die Ansteckung im Freien, das sagen übereinstimmend alle Aerosol-Experten und die meisten Infektiologen, ist so gut wie ausgeschlossen.

Es ist ein echtes Übel, dass ständig "Experten" zur irgendwas befragt werden und irgendwas dazu antworten.Was wir alles müßten und sollten und nicht dürften und welche Zahlen in drei Wochen zu erwarten sind und wann die vierte Welle losbricht.... Ich frag mich schon lange für wie dumm uns "Experten" halten oder wie dumm sie selber sind.Welches berufliche Selbstverständnis müssen sie haben, wenn sie munter mit Zahlen herumwerfen und bezüglich zukünftiger Entwicklungen Kassandra spielen. Angesichts der, bei passender Gelegentheit immer gerne bemühten Unwägbarkeit des Virus, das sich noch immer genauer Einschätzung entzieht, ist es schon grob fahrlässig und absolut unwisschenschaftlich, kommendes Infektionsgeschehen zu beziffern, in der Regel mit Schreckenszahlen. Auch die Maskenvorhersage des "Mallorcas wichtigstem Virologen" ist keine Glanzleistung. Es sei denn.... man hat es längst so geplant und schickt den Mann nun vor, schon mal den Boden zu bereite, wissenschaftlich sozusagen, der Rufer in der Wüste de ja Bescheid weiß und allen Gutes will. Medizin im Sinne der Politik zu betreiben ist eine zwar bekannte, dennoch aber sehr erwerfliche Haltung.