Miesmuscheln sind in der Lage, Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle und Mikroplastik im Meer zu filtern. | Jaume Morey

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Die balearische Hafenbehörde (APB) will in Zukunft das Hafenwasser mithilfe von Miesmuscheln reinigen lassen. Zu diesem Zweck wurde am Dienstag vom Ozeanischen Institut der Balearen ein entsprechendes Forschungsprojekt gestartet. Mit logistischer Unterstützung der Werft Astilleros de Mallorca installierten die Wissenschaftler an drei verschiedenen Orten im Hafen Netze mit Muschelkolonien, die Aufschluss über die Filterkapazitäten der Schalenweichtiere geben sollen.

In dieser ersten Phase wird das Forschungsteam alle drei Monate das Gewebe der Muscheln analysieren und die Menge an Kohlenwasserstoffen, Schwermetallen und Mikroplastik bestimmen, die sie anreichern. Wenn sich die Muscheln in dieser ersten Phase der Studie als eindeutig vorteilhaft und praktikabel für die endgültige Biofiltration der Hafengewässer erweisen, wird ein wissenschaftlicher Vorschlag veröffentlicht, um sie im gesamten Hafen einzusetzen, mit dem Ziel, sie mittelfristig auch in anderen von der APB verwalteten Häfen zu verwenden.

In der Ostsee werden Miesmuscheln seit Jahren bereits als natürliche Filter gezüchtet und eingesetzt. Die blauschwarzen Meeresbewohner sind in der Lage, bis zu drei Liter Wasser innerhalb einer Stunde anzusaugen und mit ihren schleimbesetzten Kiemen mikroskopisch kleine Algen und organische Partikel herauszufiltern. Davon ernähren sich Miesmuscheln. Ein Quadratmeter Miesmuschelbank kann somit stündlich im Idealfall 140 Liter Wasser von pflanzlichen Schwebeteilchen befreien.