Der Mann der Klägerin war zu Beginn der Pandemie auf der Intensivstation des Landeskrankenhauses Son Espases verstorben. | T. Ayuga

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Im März 2020, kurz nach Beginn der Covid-Pandemie, wurde eine Frau auf Mallorca zur Witwe, als ihr Mann an den Folgen einer schweren Coronavirus-Infektion auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Son Espases in Palma de Mallorca verstarb. Jetzt verklagt sie den Klinikträger IB-Salut auf 53.000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Was war passiert? Der Ehemann der Frau war vor zwei Jahren mit schweren Covid-Symptomen in die Klinik gegangen und kam auf die Intensivstation. Die Frau konnte ihren Mann wegen der Zugangsbeschränkungen nicht besuchen. Wenige Tage später erlag der Mann seiner Erkrankung. Der Frau wurde mitgeteilt, dass man ihr die persönlichen Gegenstände des Mannes zukommen lassen würde.

Als dies nicht geschah, meldete sich die Frau bei IB-Salut. Die Antwort per E-Mail: die persönlichen Habseligkeiten des Mannes seien nicht auffindbar und sind vermutlich in einem Container gelandet und anschließend zerstört worden. Im Einzelnen handelte es sich um den Ehering, ein Smartphone, ein Tablet-Computer und Kleidung. Den Wert der Sachen schätzen die Anwälte der Frau auf 3000 Euro. Sie verlangt den Gegenwert plus 50.000 Euro Schmerzensgeld.

Vor dem Schiedsgericht der Balearen gab es nun einen ersten Rückschlag für die Witwe. Dort heißt es, die Umstände zu Beginn der Pandemie seien für alle Beteiligten, auch die Kliniken, so außergewöhnlich gewesen, dass nicht alle Protokolle eingehalten werden konnten und man dem Krankenhaus keine Vorwürfe machen könne.