Touristen werden für ein Projekt des spanischen statistischen Dienstes anhand von Mobilfunkdaten gezählt. | N.D.

Werden Mallorca-Urlauber etwa bald per Handy-Tracking überwacht? Das Nationale Spanische Statitsikinstitut (INE) führt jedenfalls derzeit ein Versuchsprojekt durch, bei dem Mobilfunkdaten dazu verwendet werden, um die Zahl der Touristen auf den Balearen an bestimmten Tagen zu ermitteln. Wie die englischsprachige MM-Schwesterzeitung "Mallorca Daily Bulletin" berichtet, wird dabei auch die Zahl der Balearen-Bewohner, die sich außerhalb ihrer Heimatregion aufhalten, ermittelt.

Die Daten für die Statistiken werden dabei aus verschiedenen Quellen geliefert – den drei großen spanischen Mobilfunkbetreibern sowie den Telefondaten ausländischer Touristen. Das "Instituto Nacional de Estadística" (INE) erhält die Daten in zusammengefasster Form und ohne jede Art von individueller Identifizierung. Daher ist es dem Statistikamt unmöglich, eine individualisierte Überwachung der Telefonnutzer durchzuführen.

Der statistische Dienst räumt ein, dass es dabei auch operative Grenzen gebe. So könne es sein, dass ein Telefon nicht angeschlossen sei oder dass Daten verzerrt werden, weil beispielsweise jemand mehr als ein Telefon hat.

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Mit dem Projekt soll ein noch genaueres Bild der gesamten Bevölkerungszahl erstellt werden, als es bisher der Fall war. Es wird davon ausgegangen, dass auf den Inseln die höchste Bevölkerungsdichte im August erreicht wird, wenn sich dort über zwei Millionen Menschen aufhalten. Ein ähnliches im Mai dieses Jahres durchgeführtes Projekt ergab, dass sich an einzelnen Tagen mehr als 30.000 Insel-Bewohner außerhalb der Balearen aufhalten.