Vor allem am Kap Formentor kommt es in den Morgen- und Abendstunden – wenn die Zufahrtsbeschränkungen nicht gelten – zu langen Staus. | AAVV Formentor

Es ist ein heikles Thema, das merkt man dem balearischen Tourismusminister an. Iago Negueruela hatte bislang eine klare Aussage zum Thema Massifizierung der Insel vermieden. Stattdessen äußerte er sich zufrieden über den Rekordsommer, der die vergangenen Corona-Jahre vergessen macht und in dem sich eine nie dagewesene Zahl Touristen auf der Insel tummelt. Dieser Tatsache verdanke Mallorca nahezu Vollbeschäftigung, gab Negueruela zu bedenken, der auch Arbeitsminister ist. Nun aber ließ er sich auf Nachfragen von Journalisten doch noch zu einem Kommentar hinreißen: „In den Monaten Juli und August kann man das Gefühl der Massifizierung haben”, sagte er.

Vor allem im Tramuntanagebirge ist der Andrang in diesen Tagen enorm. Immer wieder kommt es an bestimmten Stellen zu massivem Verkehrsaufkommen, so etwa auf der Formentor-Halbinsel oder in malerischen Dörfern wie Valldemossa, Deià und Sóller, die den vielen Mietwagen und Touristenbussen nicht gewachsen sind. Nun haben sich die Fahrer der ÖPNV-Busse zu Wort gemeldet, die die Strecke zum Formentor-Leuchtturm bedienen. Die täglichen Staus auf der Strecke brächten den gesamten Zeitplan durcheinander, so dass sich die Busse nun häufig an besonders engen Stellen der Serpentinenstraße begegnen – ein echtes Sicherheitsrisiko, wie die Busfahrer meinen.

Ganz besonders deutlich sind die Folgen des Rekordsommers auch am Aussichtspunkt oberhalb des berühmten Felsens mit Loch, Sa Foradada, zu erkennen. Dort, nicht weit von Deià, drängeln sich Abend für Abend Hunderte, die den Sonnenuntergang betrachten wollen.