Die Grafik zeigt, wo der Weltraumschrott Spanien überfliegen soll. | Ultima Hora

Weltraum-Alarm! Teile des Luftraums über Spanien und Ibiza, der Nachbarinsel von Mallorca, waren an diesem Freitagmorgen gesperrt worden. Von der Maßnahme betroffen waren insbesondere die Routen von und zu den Flughäfen Ibiza, Barcelona, Tarragona, Castellón de la Plana und Reus. Konkret hatte der Airport Barcelona ab 9.19 Uhr für eine Stunde den gesamten Flugbetrieb ausgesetzt. Von und nach Ibiza und Reus wurden Deutschland- und Großbritannienflüge teilweise gestrichen. Hintergrund der Maßnahme war das unkontrollierte Eintreten eines Bauteils einer chinesischen Rakete in die Atmosphäre. Aus Flughafenkreisen war zu hören, dass die Unterbrechung des Flugverkehrs den ganzen Tag über zu Verspätungen führen könnte. Am späten Vormittag zeichneten sich auch auf Mallorca einzelne Verspätungen ab.

China hatte am Freitagmorgen einen weltweiten Alarm ausgelöst, nachdem ein Teil einer Rakete seines Raumfahrtprogramms außer Kontrolle geraten war. Das Raketenmodul wiegt 20 Tonnen, durch das Eintreten in die Atmosphäre wird zwar ein Großteil davon zu Weltraumschrott verglühen, aus Sicherheitsgründen musste der Luftverkehr dennoch gesperrt werden, da Teile davon sonst auf Flugzeuge fallen könnten. Eurontrol hat aus Sicherheitsgründen den Flugverkehr in ganz Europa eingeschränkt, bis die Raketentrümmer den europäischen Luftraum passiert haben. Es ist das dritte Mal innerhalb von zwei Jahren, dass die chinesischen Raumfahrtbehörden auf diese Weise eine globale Gefahr geschaffen haben, die die NASA als unverantwortlich bezeichnet.

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Berechnungen der europäischen Raumfahrtbehörde warnten davor, dass das 20 Tonnen schwere Modul zweimal die Iberische Halbinsel überfliegen würde, was Spanien zu einem möglichen Einschlagpunkt machen würde. Diese Schätzungen (um 7.30 Uhr spanischer Zeit) gingen davon aus, dass das Teil gegen 9 Uhr in einer Höhe von 80 Kilometern in die Atmosphäre eintreten würde, allerdings mit einer Fehlermarge von einer Stunde. Auch andere Organisationen, wie die Aerospace Corporation, hatten den Wiedereintritt am Freitagmorgen über Spanien platziert. Wie die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" schreibt, landete der Weltraumschrott am Ende im Pazifik und stellte keine weitere Gefahr dar.

+++ aktualisiert um 14:49 Uhr +++