Der Paseo Marítimo wird in den kommenden Monaten zur Großbaustelle. | Archiv

So intensiv auf so überschaubarem Raum kommen in Palma selten die Bagger zum Einsatz: An großen Teilen des Uferbereichs wird es in den kühlen Monaten und auch noch eine geraume Zeit danach Baustellen geben. Während einige bereits existieren, legt man an der mit Abstand größten – der Total-Umgestaltung des Paseo Marítimo – in Bälde erst los: Zwischen der Abzweigung zur Avenida Argentina und dem Hafen Porto Pi wird am Freitag – einen Tag später als angedacht – mit den Arbeiten begonnen. Etwa 2000 neue Bäume werden dort gepflanzt, Parkplätze abgeschafft, Fahrspuren reduziert und Flächen für Fußgänger vergrößert. 20 Monate langwerden dort – so der Plan – die Schlagbohrer und Bagger zugange sein.

Die Erfahrung zeigt aber, dass mehr Zeit dafür benötigt werden könnte. Ungeachtet der angekündigten Arbeiten soll der Verkehr dort mit zwei Fahrspuren in jede Richtung am Laufen gehalten werden. Zwei Brücken und die Diskothek Social Club, deren auf Denkmalschutz pochende Besitzer allerdings noch nicht zwangsweise enteignet wurden, sollen geopfert worden. 37,5 Millionen Euro sind für das Gesamtprojekt veranschlagt, die Avenida soll nach dem Willen der Stadt Palma zu einem verkehrsberuhigten Boulevard werden.

Hier entsteht das neue Schwimmbad S'Aigua Dolça. Foto: P. Lozano
Hier entsteht das neue Schwimmbad S'Aigua Dolça. Foto: P. Lozano

Lauschiger soll es irgendwann auch an den anderen aktuellen Baustellenorten des Küstenbereichs zugehen, etwa im Parc de la Mar vor der Kathedrale. Hier laufen die Arbeiten bereits seit Mitte Juli: Es ist geplant, 4000 Quadratmeter Pflaster sowie Teile der Treppen und Zäune zu erneuern. Zunächst ist der Südrand des Parks an der Reihe. Für das Vorhaben sind 844.000 Euro veranschlagt, inkludiert ist darin auch die Beleuchtung, die mit LEDTechnik sowie Solarenergie modernisiert werden soll.

Auch andere punktuelle Vorhaben an der Uferzone sind bereits am Laufen: Die zu Beginn der Corona-Pandemie geschlossene Großdiskothek Tito’s etwa, wurde eingezäunt, Bauwagen stehen dort, der vormals glamouröse Eingangsbereich besteht nur noch aus grauen, rechteckigen Steinen. Bereits im Mai des vergangenen Jahres war gemeldet worden, dass die Besitzer des international bekannten Schuhkonzerns Camper, die Familie Fluxà, das Gelände vom Vergnügungsunternehmer Bartolomé Cursach gekauft hätten. Errichtet werden sollen dort dem Vernehmen nach Wohnungen, eine entsprechende Lizenz gibt es Medienberichten zufolge bereits. Schon an der nahegelegenen Plaça Gomila waren die Schuhfabrikanten in dieser Hinsicht aktiv geworden, dort sind mehrere Bauten mit Apartments und Geschäften bezugsfertig.

Auch an der Ex-Tito's-Diskothek wird gebaut. Foto: P. Lozano
Auch an der Ex-Tito's-Diskothek wird gebaut. Foto: P. Lozano

Doch damit nicht genug der Bauunternehmungen in der Ufergegend: An der Aigua-Dolça-Straße errichtet die Stadt an der Stelle, wo ehedem ein Freibad war, für 9,5 Millionen Euro ein schickes Hallenbad samt unterirdischem Parkplatz für 117 Autos und Fitness-Club. Im alten Pool stählten sich von 1941 bis 1972 die Mitglieder des Palmesaner Schwimmclubs.

15 Gehminuten entfernt vom künftigen Hallenbad, vorbei an der mit Graffiti vollgeschmierten Ruine der ehemaligen Pacha-Disco, befinden sich ebenfalls großflächige Bauarbeiten in vollem Gang: Die Gebäude des traditionsreichen Clubs de Mar wurden abgerissen, es entsteht ein feiner, in Weiß gehaltener Komplex mit Cafeteria und Läden, auf Rampen wird man von einem zum anderen Stockwerk kommen. Der Clou wird ein Pool mit Kathedralenblick. Unspektakulärer ist eine Veränderung an anderer Stelle: Das Straßencafé Emblemàtic, das viele von früher als Cappuccino kannten, schließt nach drei Jahren. Ein neuer Betreiber sei schon in Sicht.