Eine Frau an der Spitze der Balearen

| Palma de Mallorca |
Soll kommende Woche Ministerpräsidentin werden: Francina Armengol.

Soll kommende Woche Ministerpräsidentin werden: Francina Armengol.

Foto: Foto: J. Torres
Soll kommende Woche Ministerpräsidentin werden: Francina Armengol.Um kurz vor 18 Uhr wurden am Mittwoch die Ergebnisse der Verhandlungen bekanntgegeben.Alberto Jarabo (Podemos), Francina Armengol (PSIB) und Biel Barceló (Més).

Nach langem und teils zähem Ringen in den vergangenen drei Wochen haben sich die drei linken Parteien PSOE (auf den Balearen PSIB), Més und Podemos am späten Mittwochnachmittag auf einen vorläufigen Regierungspakt geeinigt. Demnach soll PSIB-Chefin Francina Armengol zur neuen Ministerpräsidentin gewählt werden und die kommenden vier Jahre die Balearen-Regierung führen. Damit wäre die 43-Jährige die erste Frau, die ins Consolat del Mar, den Sitz des Balearen-Präsidenten in Palma, einzieht.

Offenbar will die Protestpartei Podemos das Bündnis zumindest tolerieren, soll jedoch kein direkter Koalitionspartner werden. Den Segen zum Eintritt in eine von Armengol geführte Koalition war die Parteispitze in Madrid offenbar nicht bereit zu geben. Das hatte Podemos bereits vor Beginn der Koalitionsgespräche klar gemacht. An einem Bündnis unter Führung von Més-Chef Biel Barceló hätte man sich möglicherweise beteiligt.

Die Mitglieder der Ökoregionalisten von Més, die gemeinsam mit Armengol in Minderheit regieren wollen, hatten sich bereits am Dienstag entschieden, in jedem Fall in eine Regierung eintreten zu wollen, auch wenn es sich nur um ein toleriertes Zweier- und nicht wie ursprünglich angedacht, ein Dreierbündnis handelt. Dennoch wird Armengol vermutlich die Posten der Inselratspräsidenten von Mallorca und Menorca Més überlassen müssen, um die Ökoregionalisten endgültig vom Eintritt in die Koalition zu überzeugen.

Sowohl Podemos als auch Més hatten der PSIB-Chefin in den Verhandlungen einiges abgetrotzt. Sie werde "ausgequetscht wie eine Grapefruit" schrieb Ultima-Hora-Kolumnist Joan Riera noch am Mittwoch. Ganz Unrecht hatte er nicht. Immerhin bekommt Podemos als Dank für die Unterstützung den Posten des Parlamentspräsidenten, den die Partei mit Xelo Huertas besetzen möchte. Auch Partei-Chef Alberto Jarabo wäre ein Kandidat für das Amt.

Schon am Donnerstag, 18. Juni, findet die konstituierende Sitzung des Plenums statt. Am neuen Parlamentspräsidenten ist es dann auch, einen Termin für die Wahl der Ministerpräsidentin festzulegen. Am wahrscheinlichsten ist der 25. oder 26. Juni. Der Wahl Armengols dürfte dann - von bösen Überraschungen an der Podemos-Basis abgesehen - nichts im Wege stehen. Biel Barceló soll ihr Stellvertreter werden.

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