Ex-Jugendherberge wird Flüchtlingsheim

Platja de Palma, Mallorca |
Seit 2012 geschlossen: Die Jugendherberge in El Arenal. Hier sollen die Flüchtlinge unmittelbar nach ihrer Ankunft untergebracht

Seit 2012 geschlossen: Die Jugendherberge in El Arenal. Hier sollen die Flüchtlinge unmittelbar nach ihrer Ankunft untergebracht werden.

Foto: Foto: S. Amngual

Rund 300 syrische Flüchtlinge sollen nach Angaben der Balearen-Regierung von Oktober an auf Mallorca und den anderen Inseln ankommen. Zwar könne es, je nachdem, was die Regierung in Madrid entscheidet, auch Ende Oktober oder Anfang November werden, die Balearen aber seien in jedem Fall gerüstet, erklärte Sozialministerin Fina Santiago.

"Fest steht, dass nicht alle Flüchtlinge auf einen Schlag ankommen werden, sondern etappenweise", so Santiago im Gespräch mit der spanische Tageszeitung Ultima Hora. Alle Politiker waren sich einig, dass das Rote Kreuz die Ankünfte leiten solle.

Erstaufnahmestelle wird die ehemalige Jugendherberge an der Playa de Palma sein. Sie ist derzeit geschlossen und bietet Platz für 120 Personen. Von dort aus sollen die Schutzsuchenden dann auf die verschiedenen Gemeinden aufgeteilt werden, ein Prozess, der vier bis sechs Monate dauern könne. Dabei sollen auch die Einwohnerzahl, die Arbeitslosenquote und das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt der Gemeinden eine Rolle spielen.

Die ehemalige Jugendherberge in der Costa-Brava-Straße an der Playa de Palma ist seit 2012 geschlossen. Die Vorgängerregierung hatte entschieden die Immobilie zu verkaufen. Es fand sich jedoch kein Käufer. Das Gebäude war seit den 1970er Jahren lange Zeit die einzige staatliche Jugendherberge auf Mallorca.

Die spanische Zentralregierung wird die Kosten übernehmen, die für den Transport der Syrer anfallen. Vor allem von Griechenland, Italien und Ungarn aus sollen die Flüchtlinge auf die Balearen gebracht werden.

Politische Institutionen, soziale Verbände, religiöse Gruppen und Privatleute haben in den vergangenen Wochen ihre Hilfsbereitschaft angekündigt. Die Balearen-Regierung will nun eine Koordinationsgruppe gründen, die die Anweisungen der Zentralregierung beachten und die Hilfsmittel organisieren soll.

In der zweiten Phase soll die Integration im Vordergrund stehen. Hierfür werden Freiwillige gesucht, die bei Übersetzungen, und Behördengängen helfen. (somo/as)

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