Premier Sánchez vor dem Moncloa-Palast. | Palacio de Moncloa

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In Spanien nimmt das Unwohlsein bei ehemaligen Militärs über die Regierung von Pedro Sánchez zu. Eine Gruppe von Ex-Uniformträgern äußerte in einem Manifest angesichts des am Dienstag, 8. Dezember, zu begehenden Verfassungsfeiertags die Vermutung, dass Mitglieder des "Gobierno" dafür wären, dieses Grundgesetz "zu zerstören".

Diese vormaligen Angehörigen der Streitkräfte distanzierten sich ausdrücklich von anderen, die zuvor in einer Whatsapp-Gruppe ihrer Wut freien Lauf gelassen und vielkritisierte Meinungen publiziert hatten: „Es bleibt keine andere Möglichkeit, als damit zu beginnen, 26 Millionen Hurensöhne zu erschießen“, schrieb etwa der pensionierte Luftwaffengeneral Francisco Beca. Das wären mehr als die Hälfte der Einwohner Spaniens. Man müsse „den Krebs herausschneiden“, forderte er im privaten Gruppenchat mit Dutzenden früheren Luftwaffenangehörigen, den spanische Medien in Auszügen veröffentlichten. Für sie geht die Gefahr von der „sozialkommunistischen“ Regierung aus, die das Land in ein neues Venezuela verwandeln wolle.

Die gemäßigteren Kritiker unter den Ex-Militärs erhielten jetzt auch Unterstützung von Politikern: Die Regierungschefin der Autonomieregion von Madrid, Isabel Díaz Ayuso, äußerte, deren Meinung zu teilen. Das am Samstag veröffentlichte Manifest hatten 271 ehemalige Angehörige der Streitkräfte veröffentlicht, darunter der Ex-General Juan Chicharro, der der Stiftung des 1975 verstorbenen Diktators Francisco Franco vorsteht, und Tomás Formentín, Balearen-Kommandeur zwischen 1999 und 2002. Sie werfen der Regierung Sánchez vor, die Einheit Spaniens zu gefährden. Die Verfassung war 1978 verabschiedet worden und lehnt sich an das deutsche Grundgesetz an. Der aktuellen Regierung gehören auch Linkspopulisten der Podemos-Partei an.