Diese Briefmarke darf vorerst nicht verkauft werden.

In Spanien ist ein kurioser Streit über eine Briefmarke entbrannt, die zum 100-jährigen Bestehen der Kommunistischen Partei das bekannte Hammer-und-Sichel-Symbol hätte zeigen sollen. Nachdem viele dieser Marken bereits gedruckt worden waren, entschied eine Richterin in Madrid, die Weiterverbreitung zu stoppen. Geklagt hatte eine konservative Vereinigung christlicher Rechtsanwälte.

Daraufhin veröffentlichte die "PCE", die zur "Podemos"-Unterpartei "Izquierda Unida" gehört, einen wütenden Twitter-Kommentar: Sie beschuldigte die Richterin, für die konservative Vorgängerregierung des jetzigen Linksbündnisses gearbeitet zu haben. Die Anwältevereinigung wurde als "rechtsextrem" geschmäht.

Der populistische "Podemos"- Politiker Pablo Iglesias, der jahrelang für die aktuelle Linkskoalition in Madrid gearbeitet hatte, seit geraumer Zeit aber nicht mehr daran beteiligt ist, äußerte, dass "Reaktionäre" gegen die Demokratie vorgingen. Diese hätten das Erkennungszeichen der Kommunisten "gekidnappt".

In Spanien ist die Erinnerung an den Bürgerkrieg (1936-1939) durchaus noch präsent, weshalb es angesichts andernorts als kurios empfundener Vorgänge mitunter zu heftigen Streitigkeiten zwischen rechts- und linksgerichteten Politikern kommt. Anders als in der Bundesrepublik ist allerdings das Hammer-und Sichel-Emblem lange nicht so verpönt wie in Deutschland.