So sieht die römische Burgruine auf Formentera von oben aus. | Gourguen Davtian Proyecto Pronoia

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Drei Archäologen haben nach 45 Jahren herausgefunden, was es mit dem 1979 auf dem Gebiet Can Blai auf Formentera entdeckten Fundament einer Burgruine auf sich hat. Der Römer Maxentius, Widersacher von Kaiser Konstantin, führte laut einem Bericht der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" vom Donnerstag einen Krieg gegen seinen Gegner und begann deshalb zwischen dem Jahr 306 und 312 n. Chr., eine Verteidigungsfestigung auf dem Grenzgebiet aufzubauen. Da Maxentius aber 312 während einer Schlacht starb, konnte er den Bau nicht fertigstellen.

Nun ist auch klar, warum trotz mühsamen und langen Ausgrabungen ab 1979 keinerlei römisches Material und damit keine archäologischen Hinweise auf die Bauzeit zu finden waren. Das Castellum von Can Blai ist demnach kein Geisterschloss, sondern ein in der Zeit stehengebliebenes Bauwerk. Gleichfalls ist an der Homogenität der Ruine erkennbar, dass es sich nur um das Grundgerüst handelt. Denn gefunden wurden lediglich die Fundamente und die ersten Schichten in auffallend einheitlicher Bauweise.

Beim direkten Vergleich mit anderen Bauwerken aus jener Zeit kann nachvollzogen werden, wie Maxentius die Burg gestalten wollte. In verschiedenen Teilen des Römischen Reiches, innerhalb und außerhalb Spaniens, gibt es weitere Kastelle mit einem identischen Grundriss.

Dank der Untersuchung dieser anderen Stätten kann geschlussfolgert werden, dass diese Art von Bauwerk als Befestigungsanlage für die Unterbringung einer Garnison von 80 bis 150 Soldaten diente, einer kleinen Einheit der römischen Truppen. So sollte eine Burg mit einem quadratischen Fundament von 40 Meter Länge je Seite und fünf Türmen entstehen.