Trainer-Drama ist beendet

Favorit als Laudrups Nachfolger ist Joaquín Caparrós

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Michael Laudrup

Schluss, Aus, Ende: Die Zeit von Michael Laudrup als Trainer von Real Mallorca ist vorbei.

Das Kapitel Michael Laudrup ist bei Real Mallorca Geschichte. Am Mittwochmorgen unterzeichneten der Klub und sein dänischer Trainer den Auflösungsvertrag. Es handelte sich um den Schlusspunkt unter dramatische Tage mit immer neuen Wendungen. Letztlich wurde der einstige Weltklassekicker nicht gefeuert, sondern hat seinen Posten mehr oder weniger freiwillig geräumt.

In der vergangenen Woche pfiffen es die Spatzen von den Fincadächern: Würde das Team nach drei Niederlagen am Sonntag auch sein Heimspiel gegen Real Sociedad San Sebastián verlieren, wäre die Zeit von Laudrup zu Ende.

Doch es kam anders. Die Mannschaft gewann 2:1 und hat bewusst für den Coach gespielt, wie einige Spieler im Anschluss bekräftigten. Keeper Dudú Aouate zum Beispiel: "Wir stehen zu 100 Prozent hinter dem Trainer und haben Vertrauen in ihn."

Doch das Drama in vielen Akten war noch nicht zu Ende. Wer nun an eine goldene Zukunft von Real Mallorca mit Trainer Laudrup geglaubt hatte, sah sich getäuscht. Spätestens, als bekannt wurde, was Co-Trainer und Laudrup-Kumpel Erik Larsen über Real-Mallorca-Vize und Hauptaktionär Llorenç Serra Ferrer gesagt hatte. Gegenüber einem dänischen Fußball-Portal beklagte sich Larsen, dass Serra Ferrer alles kontrollieren wolle und bezeichnete ihn als "schlechten Menschen". Larsen: "Ich gebe ein Essen aus, wenn du jemanden findest, der etwas Gutes über ihn sagen kannst."

Viel deutlicher kann man seine Entlassung kaum provozieren. Dem Klub blieb gar nichts anderes übrig, als Co-Trainer Larsen am Montag den Stuhl vor die Tür zu stellen. Eine Enscheidung, die eine weitere logische Konsequenz zur Folge hatte ...

Am Dienstagmorgen wurde darüber spekuliert, dass Michael Laudrup nun seinen Rücktritt erklären könnnte. Genau diesen kündigte er dann an. Im Laufe des Tages einigte man sich auf die Einzelheiten. Dem Vernehmen nach soll Laudrup eine Abfindung in Höhe von 350.000 Euro erhalten. "Es schmerzt mich, zu gehen. Mit der Mannschaft und den Mitarbeitern habe ich mich sehr gut verstanden. Aber für die Ruhe im Team und im Verein ist es das Beste."

Schon seit Monaten war es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Laudrup und Serra Ferrer gekommen. Unter anderem war der Coach nicht mit der Transferpolitik vor der Saison einverstanden. Laudrup hat Real Mallorca zu Beginn der Spielzeit 2010/11 übernommen.

Interimstrainer ist jetzt Miquel Àngel Nadal, der ebenfalls unter Laudrup Co-Trainer war. Der Onkel von Tennisstar Rafael Nadal, ehemaliger spanischer Fußballnationalspieler, wird auch beim nächsten Liga-Spiel auf der Bank sitzen: Samstag, 1. Oktober, 18 Uhr beim CA Osasuna.

Favorit auf die Laudrup-Nachfolge soll Joaquín Caparrós sein. Caparrós hat in den vergangenen Jahren unter anderem den FC Sevilla, Deportivo La Coruña und Athletic Bilbao trainiert. Im Sommer heuerte er bei Xamax Neuchâtel in der Schweiz an, wurde dort aber nach nur einem Monat entlassen.

Michael Laudrup wurde in den vergangenen Tagen von deutschen Medien erneut als möglicher Trainer des HSV ins Gespräch gebracht. Darauf scheint der Däne aber keine Lust zu haben.

Kommentar

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Rainer / Vor über 8 Jahren

wenn ein trainer nicht mehr in ruhe mit seiner mannschaft arbeiten kann, weil ihm ständig ein ein mitglied des vorstandes dazwischen funkt, ist es besser zu gehen. die mannschaft hat Laudrup einen rührenden ab- schied bereitet. bleibt zu hoffen, dass Aragonés kommt, der sich von Ferrer bestimmt nicht vorführen lässt.