Auch auf Mallorca kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Ärger am Flughafen. | T. Ayuga

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Das Gefühl haben Mallorca-Reisende schon länger: Es gibt immer mehr Chaos am Himmel, Flüge fallen aus, starten verspätet oder werden im Vorfeld der Reise mehrfach verschoben. Dass dieses Gefühl nicht trügt, untermauern nun Zahlen, die am Donnerstag bekannt geworden sind.

Demnach haben die Beschwerden über Flugreisen bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) sprunghaft zugenommen. Im ersten Halbjahr 2018 gingen 45 Prozent mehr Schlichtungsanträge ein als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Vonseiten der Stelle heißt es, die Kunden spürten die negativen Folgen der zahlreichen Flugverspätungen und Flugannullierungen hautnah und verlangten deshalb auf Basis der europäischen Passagierrechte einen finanziellen Ausgleich dafür.

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Diese Entwicklung hatte sich bereits im ersten Quartal des Jahres abgezeichnet, als es an deutschen Airports jeden Tag über 77 Problemflüge gab. Das ging aus einer Analyse des Fluggasthelfers EUclaim hervor. Demnach wurden von Januar bis März 2018 insgesamt 5623 Flüge gestrichen, 1350 Maschinen landeten mehr als drei Stunden verspätet.

Was Mallorca anging, gab es im ersten Quartal 2018 insgesamt 78 Problemflüge, davon 29 Annullierungen und 49 Verspätungen von über 3 Stunden.

Die Gründe für die vielen Probleme sind zahlreich. Viele Airlines sollen sich in diesem Sommer übernommen haben, können den Flugplan nicht wie geplant einhalten. Einflüsse von außen wie Streiks des Personals oder der Fluglotsen erschweren die Situation.

Verwirrend für Kunden sind auch unklare Leasing- und Eigentumsverhältnisse an Flugzeugen und Crews insbesondere nach der Pleite von Air Berlin, der teilweisen Übernahme durch Eurowings sowie dem Einstieg des irischen Billigflieger Ryanair bei der neugegründeten Laudamotion. (cze)