Den Hoteliers an der Playa de Palma reicht´s. Sie werfen den Behörden Untätigkeit bei der Verhinderung von Party-Exzessen und Kriminalität vor. | Emilio Queirolo

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Den Hoteliers an Mallorcas berüchtigter Touristenmeile, der Playa de Palma, reicht es. So beschweren sich Anwohner aber auch Gäste fast täglich über randalierende Party-Touristen, nächtlichen Lärm, Krawalle und Kriminalität. In einem Brandbrief erklärte der örtliche Hoteliersverband, den Kampf gegen die seit Wochen anhaltende Bürgerunsicherheit in der Gegend aufgrund von Party-Touristen und kriminellen Banden selbst in die Hand zu nehmen, da die zuständigen öffentlichen Verwaltungen der Situation vollkommen „untätig und passiv“ gegenüberständen. Mitten in der Hauptsaison und mit ähnlichen Belegungszahlen wie im Vor-Corona-Jahr 2019 seien die Behörden nach Ansicht des Verbandes weder in der Lage noch willens, eine adäquate Lösung für das Problem zu finden.

Die harsche Kritik der Hoteliers richte sich dabei nicht gegen das Verhalten der Polizei, die ihr Möglichstes tun würde, um dem unschönen Treiben aus Vandalismus und kriminellen Handlungen Einhalt zu gebieten. Doch sei sowohl die Zahl der vor Ort eingesetzten Beamten als auch deren rechtliche Handhabe vollkommen unzureichend. Verbandspräsidentin Isabel Vidal betonte in diesem Zusammenhang, dass ein Spaziergang entlang der Playa bereits ausreiche, um festzustellen, dass es dringender Maßnahmen bedürfe, um die Sicherheit von Anwohnern und Urlauber zu gewährleisten. Aus diesem Grund verabschiedete der Verband ein ganzes Paket an Initiativen, um gegen die seiner Meinung nach unhaltbaren Zustände in Mallorcas bedeutendstem Feriengebiet in Eigeninitiative vorzugehen.

So wurde vereinbart, dass Hotelgäste beim Einchecken in Zukunft verpflichtet sind, ein Dokument zu unterschreiben, mit dem sie sich einverstanden erklären, die dort aufgeführten Benimmregeln hinsichtlich Alkoholkonsum, Lärmerzeugung und zivilem Verhalten zu akzeptieren. Eine Infografik soll den Urlaubern zudem anschaulich erklären, welche Verhaltensweise sowohl in den Hotels als auch auf offener Straße nicht zulässig ist.

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Hotelgästen, die sich von anstößigem oder gar kriminellem Treiben auf der Straße belästigt fühlen, sollen zudem in der Lage sein, direkt an der Hotelrezeption eine entsprechende Anzeige oder offizielle Beschwerde aufzugeben. Hierfür geplante Formulare in mehreren Sprache will der Verband seinen Mitgliedern in Kooperation mit den zuständigen Polizeibehörden von Palma und Llucmajor bereitstellen.

Zudem kündigte der Verband an, ein Rechtsanwaltsbüro zu engagieren, um jegliche Vergehen oder Ausschreitungen sofort zur Anzeige zu bringen, beziehungsweise die dafür nötigen rechtlichen Schritte einzuleiten. Die Kosten dafür soll ein neuer, von den Verbandsmitgliedern gegründeter Gemeinschaftsfond tragen. Zu den weiteren Maßnahmen gehört auch die Veranstaltung von Schulungen für Hotelangestellte hinsichtlich ihres Verhalten gegenüber betrunkenen, aggressiven oder randalierenden Urlaubern sowie in anderen sicherheitsbedrohlichen Situationen.

Bereits vor einer Woche hatte der Hoteliersverband an der Playa de Palma eine Kompetenzübergabe vom Inselrat an die Rathäuser gefordert, um Läden und Lokale zu schließen, die gegen die gesetzlich vorgeschriebenen Zeiten für den Verkauf von Alkohol verstoßen. Das Verkaufsverbot gilt unter anderem für Supermärkte, Tankstellen und Nachtshops zwischen 21.30 und 8 Uhr. Die Kompetenz für eine vorübergehende Schließung der Läden, die sich nicht daran halten, hat Mallorcas Inselrat inne. Nach Ansicht der Hoteliers sei es jedoch besser, wenn diese Machtbefugnis der zeitweisen Betriebsstilllegung direkt an die Rathäuser übertragen wird.