Die spanische Region Extremadura präsentierte sich auf Mallorca am Donnerstagabend im Hotel Maricel in Cas Català. | Ingo Thor - Youtube: Mallorca Magazin TV

Es ist eine Region, die wenige kennen, die aber landschaftlich, geschichtlich und kulinarisch allen anderen Autonimieregionen in Spanien das Wasser reichen kann, wenn nicht sogar in Teilen überlegen ist: In der Extremadura zwischen Madrid und Portugal wird besonders schmackhafter Schinken produziert, weil die vielen fetten Schweine dort in der Dehesa-Landschaft en masse kulinarisch besonders herausragende Eicheln fressen. Die wichtigsten römischen Ruinen befinden sich ebenfalls dort, und zwar in Mérida, mittelalterliche Städte wie Cáceres, Trujillo oder Badajoz laden zum Verweilen ein.

Um diese besonders authentische Region ging es am Donnerstagabend zunächst bei einer touristischen Vorstellung im edel-ehrwürdigen, palastartigen Maricel-Hotel nahe dem kleinen Strand von Cas Catalá. Zuerst wurde die Zuhörerschaft, die aus beschwingt-fröhlichen, geerdeten "Extremeños" und einigen zurückhaltenderen Mallorquinern bestand, audiovisuell mit Informationen über die Gegend eingedeckt. Man erfuhr unter anderem, wo die Gassen besonders eng sind, dass in Trujillo ein Denkmal des Konquistadors Pizarro steht, dass die Altstadt von Cáceres ein Juwel ist, dass es viele Badeseen dort gibt und dass es im Jerte-Tal so viele Kirschbäume wie nirgendwo anders in Spanien gibt.

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Das akademische Präludium in einem Saal der oberfeinen Herberge, die auch schon als Filmkulisse etwa für Hollywood-Schauspielerin Anne Hathaway hergehalten hatte, gipfelte in einem vergnüglichen Test: Ein Schinkenschneider erklärte den Anwesenden, darunter der balearischen Arbeitgeberpräsidentin Carmen Planas und Tourismusdirektorin Isabel Vidal, die Feinheiten des Geschmacks. Wie schön, dass sich das Fleisch vom iberischen Schwein wie von selbst im Munde auflöst! Jedem Teilnehmer waren zuvor zwei Schinkenstücke gereicht worden, abgerundet wurde das Prozedere mit einem Extremadura-Cava.

Nach anderthalb Stunden Zahlenpackungen und Videos und einem am Ende schon hörbaren Füßescharren einiger Besucher ging es dann gegen 21.45 Uhr im Pulk zu einem Cocktail-Empfang auf die Terrasse des Maricel-Hotels. Dorthin, wo vor einigen Jahren die blasse Anne Hathaway verträumt auf die Wellen blickte. Mit Blick auch auf den kleinen Strand von Cas Catalá – das halblaute und doch gellende Schreien der Möwen im Ohr – wurden Gläser mit Extremadura-Weinen gereicht und kleine Häppchen, etwa Auberginen-Stückchen und kugelförmige Mini-Kroketten, verteilt. Auch der typische Käse der Region kam zu Ehren. Vor dem Ort, wo der Schinkenschneider wirkte, bildete sich eine Schlange, die bis 23 Uhr nicht kürzer wurde.

Man bekam bei dem Event in dem Palasthotel, das so auch in Biarritz, Monaco oder Nizza stehen könnte, einen sehr profunden Eindruck vom echten, fröhlichen Festland-Spanien. Von einer jener Gegenden, wo man noch mehr Feste als auf Mallorca feiert, noch derbere Witze macht und noch später zu Abend isst.