Die stockende Produktion von Neufahrzeugen in Spanien führt auch dieses Jahr zu einem knapperen Angebot an Leihwagen.

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Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Billig-Angebote wie zehn Euro pro Tag für einen Mietwagen wird es auch dieses Jahr auf Mallorca nicht geben. Ähnlich wie 2021 kämpft die Branche weiterhin mit Nachschubproblemen bei der Aufrüstung ihrer Flotten für die bevorstehende Urlaubssaison.

„Derzeit sind knapp 60.000 Mietwagen auf den Balearen als solche zugelassen”, erklärt Ramón Reus, Präsident des regionalen Fahrzeugvermieterverbandes Aevab, zu dem etwa 180 Unternehmen gehören. „Bis zur Hauptsaison könnte sich diese Zahl auf 70.000 erhöhen, mehr aber nicht”, so Reus. Zum Vergleich: 2019 standen über 120.000 „Coches de alquiler” auf den Stellplätzen der Anbieter. Grund für das ausgedünnte Angebot ist die in Spanien seit Ausbruch der weltweiten Corona-Pandemie weiterhin stockende Produktion von Neuwagen.

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„Das Hauptproblem der Fahrzeugersteller sind die anhaltenden Lieferschwierigkeiten für ausländische Elektroteile, allen voran den Mikrochips für Motor-Steuereinheiten”, erklärt Estanislao de Mato, Geschäftsführer des deutschen Mietwagenkonzerns „Sixt Rent a Car” in Spanien mit Hauptsitz in Palma de Mallorca. Ähnlich wie in allen anderen Wirtschaftsbranchen diktiere auch bei Mietwagen das Verhältnis von Nachfrage die Preise.

Aevab-Präsident Ramón Reus hält einen durchschnittlichen Tagespreis von 40 bis 45 Euro für einen Kleinwagen diesen Sommer für durchaus realistisch. Darunter sei wohl „nichts zu machen”. Voraussetzung für einen „fairen” Preis sei seiner Meinung aber, dass man frühzeitig buche. Und zwar am besten über die ebenfalls voraus gebuchte Ferienunterkunft. Auch Sixt-Chef de Mata warnt Urlauber davor, mit der Reservierung bis zum letzten Augenblick zu warten. „Wir empfehlen unsere Kunden stets, mindestens 15 Tage vor Urlaubsantritt den Mietwagen gebucht zu haben.”