Diese Bild zeigt ein im März 2020 entdecktes Ozonloch über dem Nordpol. | Archiv

Es ist Hochsommer: Die meiste Zeit verbringt man mit Familie und Freunden im Freien. Doch wer sich länger in der Sonne aufhält, der sollte nicht vergessen, sich ausreichend mit Sonnencreme zu schützen. Die UV-Strahlen sind besonders schädlich für die Haut. Daher spielt die Ozonschicht in der Erdatmosphäre eine lebenswichtige Rolle. „Sie hat für uns eine wichtige Schutzfunktion”, erklärt Miguel Gili, Meteorologe des spanischen Wetterdienstes Aemet.

Doch nicht nur UV-Strahlen sind in den Sommermonaten eine Belastung für den Köper. Die Hitze treibt auch die Ozonwerte in die Höhe. Nach Angaben des Umweltbundesamtes könnten die Grenzwerte in Deutschland noch in dieser Woche überschritten werden. Während das Ozon in der Stratosphäre, also über 15 Kilometer Höhe, lebenserhaltend wirkt, ist es in Bodennähe unerwünscht, da es ein starkes Atemgift ist. Schon eine Erhöhung der Ozonwerte auf über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft kann bei 
ozonempfindlichen Personen zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Hustenreiz führen. Zusammenfassend kann man sagen: Ozon spielt unterschiedliche Rollen: In der Stratosphäre ist es nötig, um die Erde vor schädlicher ultravioletter (UV) Strahlung zu schützen. In Bodennähe dagegen gefährdet es als „Sommersmog” die menschliche Gesundheit.

Jüngst hatte der kanadische Forscher Qing-Bin Lu der Universität Waterloo ein neues Ozonloch über den Tropen entdeckt. Dieses befinde sich über dem Äquator, beziehungsweise den Tropen, schreibt der Forscher in seiner Studie, die in der Zeitschrift „AIP Advances” veröffentlicht wurde.

Bei dem Ozonloch handelt es sich eigentlich um gar kein richtiges Loch. Vielmehr ist die Ozonschicht in einem bestimmten Bereich einfach sehr viel dünner geworden, als sie sein sollte. Dadurch kann sie die Erde nicht mehr richtig vor der UV-Strahlung abschirmen. Wie der Name schon verrät, besteht diese Schicht aus dem Gas Ozon. Es entsteht aus der Reaktion von ultraviolettem Licht und Sauerstoff. Das kommt ganz natürlich in der Atmosphäre vor.

An der Entstehung des Ozonlochs waren vorwiegend die sogenannten Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe schuld. Da sie für den Menschen ungiftig und generell nicht brennbar sind, wurden sie unter anderem als Kältemittel und als Bestandteil in Spraydosen verwendet. Das Problem ist aber, dass diese Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe in der Umwelt sich nur sehr langsam zersetzen. Dadurch können sie bis in die oberen Schichten der Erdatmosphäre gelangen. Dort schaden sie dann als Teil der Treibhausgase der Ozonschicht.

Auf den Balearen sind die Auswirkungen des Ozonlochs nach Anhaben Gilis nicht besorgniserregend. Was allerdings in diesem Sommer deutlich spürbar ist, sei der Klimawandel. „In diesem Jahr befinden wir uns bereits in der zweiten Hitzewelle. Zudem dauern diese Wellen deutlich länger an”, erklärt Miguel Gili. Die derzeit bestehende „Ola de calor” gilt bisher als die längste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Um dem Klimawandel und die Verdünnung der Ozonschicht entgegenzuwirken, müssten weltweit langfristige Maßnahmen ergriffen werden. „Insbesondere in den Großstädten sollte der Verkehr reduziert und auf Elektrofahrzeuge umgestiegen werden”, so Miguel Gili. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Schnellstraßen und Autobahnen sei eine sinnvolle Maßnahme, erklärt der Meteorologe weiter.

Palma geht dabei mit gutem Beispiel voran: So wurde in der Balearenhauptstadt im vergangenen Jahr die Höchstgeschwindigkeit auf der Ringautobahn Via de Cintura von 120 auf 80 Kilometer pro Stunde reduziert. Zudem wurden in der Innenstadt viele Tempo-30-Zonen eingerichtet.