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Verwunschene Olivenhaine, plätschernde Bergbäche und immergrüne Wälder prägen die Landschaft im Tramuntana-Gebirge. In den bizarr verdrehten Baumstämmen sehen fantasievolle Menschen Fabelwesen, Liebespaare oder Tiere. So auch beim Olivenbaum "Es Camell" auf der Muleta-Halbinsel bei Port de Sóller, der von den Mallorquinern gerne mit einem Kamel verglichen wird, vielleicht aber auch eine Schlange oder einen Drachen auf dem Sprung zum Angriff darstellen könnte.

Entdecken lassen sich solche landschaftlichen Schönheiten gerade jetzt zur Oliven-Erntezeit auf verschiedenen Routen, die von der Balearen-Regierung, von der Landwirtschaftskooperative Sant Bartomeu in Sóller sowie von der privaten Firma "+ Cultura" eingerichtet wurden. "In einer Broschüre schlagen wir vier selbst geführte Touren vor", sagt Irene Moyà vom Regulierungsrat für Olivenöl mit der geschützten Herkunftsbezeichnung "Mallorca", der unter dem Dach des balearischen Landwirtschaftsministeriums tätig ist und sich unter anderem die Förderung des ländlichen Tourismus auf die Fahnen geschrieben hat.

Das auch auf Deutsch aufgelegte Druckwerk mit dem Titel "Olivenöltourismus auf Mallorca" kann man sich aus dem Internet herunterladen (www.illesbalearsqualitat.es) oder in den Räumen der Landwirtschaftsgenossenschaft in Sóller an der alten Landstraße nach Fornalutx und Biniaraix persönlich abholen.

Die leichten bis mittelschweren Routen mit Gehzeiten zwischen 60 und 150 Minuten haben hin und zurück eine Länge von vier bis zehn Kilometern und führen auch an den Standorten von besonders malerischen Olivenbäumen vorbei. Im Führer enthalten ist zum einen der Raum Sóller mit der Muleta-Halbinsel und der Bergschlucht Barranc de Biniaraix, wo auf halber Strecke ein über 500 Jahre alter Baum den Wanderern wie ein Schutzengel den Weg weist. Sa Madona des Barranc ("die Herrin der Schlucht") heißt das Gewächs, das schon Generationen von Sonntagsausflüglern und Touristen inspiriert hat.

Zum anderen werden in der Broschüre aber auch eine weniger bekannte Route mit dem Namen "Camí de Sa Font Garrover" bei Mancor de la Vall sowie eine Tour durch das unberührte Hochtal Coma-Sema bei Orient vorgeschlagen.

Ergänzt wird das Angebot nun mit geführten Wanderungen ab Sóller, die auch eine Besichtigung der Ölmühle auf dem Gelände der Kooperative, Besuche bei Bauern sowie Verkostungen beinhalten. Blogger und Journalisten konnten sich bereits ein Bild von den Möglichkeiten machen. Der Start für die Öffentlichkeit folgt in den nächsten Tagen, nachdem die Firma "+ cultura" am Mittwoch im Rahmen einer "Public Private Partnership" das Besucherzentrum Capvespre übernommen hat (siehe Kasten).

Die Mitarbeiter, unter ihnen auch die perfekt bilinguale Deutsch-Mallorquinerin Aina Mora, haben bereits Erfahrung mit ähnlichen Touren, bei denen man zum Beispiel auf den Spuren von Erzherzog Ludwig Salvator zum Landgut Son Marroig bei Deià wandern und den Jugendstil in Palmas Santa-Catalina-Viertel entdecken kann, oder auch die Möglichkeit hat, die architektonischen Überreste von einigen der über 60 historischen Ölmühlen im Ortskern von Sóller kennenzulernen.

Wunschtermine mit mindestens vier Personen sind auf Abruf reservierbar, der Preis hängt auch von der Gruppengröße ab.

(aus MM 49/2014)