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Mehr und mehr Urlauber, die nach Mallorca kommen, wollen nicht mehr einfach nur die Ferien in ihrer Hotelanlage verbringen. Gerade junge Touristen möchten das echte Leben der Insel entdecken, sie suchen nach Geheimtipps und buchen sich Ferienwohnungen in den ursprünglichen Vierteln Palmas. Onlineplattformen wie das Fotonetzwerk Insta-gram und die Ferienvermietungsplattform Airbnb liefern dazu die passende Unterstützung.

Wozu Empfehlungen bei Insta-gram führen können, lässt sich gut am Beispiel der Caló des Moro beobachten. Mehrere Tausend Fotos der Bucht stehen auf der Plattform online. Sie zeigen das türkisfarbene Wasser der idyllischen Bucht nahe Santanyí. Was die Aufnahmen allerdings nicht verdeutlichen, ist die Zahl der Besucher, die mittlerweile an die Bucht strömt. Auch ist nicht zu sehen, dass es keinen Sand mehr dort gibt und die Badegäste es sich auf den Felsen „bequem” machen müssen.

Badevergnügen im Paradies sieht wahrlich anders aus. Die Bucht hat sich vom Geheimtipp zum Besuchermagnet entwickelt. Auf der einen Seite kann man die Besucher verstehen, die eines der schönsten Fleckchen der Insel entdecken wollen. Auf der anderen Seite kann man angesichts der herausgeputzten Instagram-Pilger, die sich in der Sommerhitze den Weg zur Bucht hinabschieben, nur für einen Schnappschuss, den bereits Tausende vor ihnen schon gemacht haben, nur den Kopf schütteln.

Die Caló des Moro ist ein Beispiel, wie Mallorca sich auf die veränderten Bedingungen des Massentourismus einstellen muss. Fraglich ist bisher nur wie. Denn allein das Wort Zugangsbeschränkung löst bei vielen Urlaubern und Politikern schon Allergien aus. Doch über kurz oder lang wird die Zahl der Besucher in solchen begrenzten und sensiblen Naturräumen reguliert werden müssen. Ansonsten kommt es so weit wie in Thailand, wo der bekannte Strand aus dem Film „The Beach” gänzlich für Badegäste dicht gemacht wurde. Solch eine Lösung ist für Mallorcas Strände wahrlich nicht wünschenswert.

Autor: Claudia Schittelkopp