Mucho ruido, pocos nueces, sagen die Spanier für eine Riesensache, die sich im Nachhinein als reines Blendwerk entpuppt. So wie die seit dem 1. Januar greifende Mehrwertsteuersenkung für Grundnahrungsmittel wie Käse, Brot oder Eier sowie für einige andere Konsumgüter (S. 7 ). Klingt im ersten Moment nach einer Riesen-Erleichterung für die von der gegenwärtigen Inflation arg gebeutelten Haushaltskassen.Schließlich verbilligt sich damit beispielsweise das Kilogramm Käse von 11,77 auf 11,30 Euro. Sechs Liter Vollmilch kosten nicht mehr 5,37 Euro, sondern 5,16 Euro.

Unter dem Strich reduzieren sich die durchschnittlichen Monatsausgaben einer durchschnittlichen Familie damit allerdings nur um etwas mehr als 25 Euro. Also ein Tropfen auf den heißen Stein. Grund: Die wirklich Kosten treibenden Lebensmittel wie Fleisch- und Wurstwaren, Käse sowie Kühlwaren sind von der Maßnahme der spanischen Zentralregierung zur Abfederung der Lebenshaltungskosten-Explosion in den vergangenen Monaten ausgenommen. Dazu kommt, dass Supermärkte und Händler den Preisunterschied durch die umgesetzte Steuersenkung auf ihrer Ware nicht auszeichnen müssen. Der Verbraucher weiß beim Kauf damit in der Regel also gar nicht, wie viel Geld er beim Kauf wirklich sparen kann. Oder, was noch schlimmer wäre, ob er möglicherweise den gleichen Preis zahlt wie immer.

Gar nicht glücklich dürfte der Durchschnittsspanier zudem darüber sein, dass der bisher geltende staatliche Tankrabatt von 20 Cent pro Liter seit Anfang dieses Jahr entfällt. So muss er stattdessen an der Tanksäule wieder mitansehen, wie ihm die wohl verdienten Euros aus der Geldbörse gepumpt werden. Und das tut, Vielfahrer wissen es nur allzu gut, trotz der derzeit etwas rückläufigen Benzinpreise richtig weh.

Freuen können sich immerhin alle diejenigen, die überhaupt kein Auto mehr benutzen. Für sie ist der Transport in allen öffentlichen Verkehrsmitteln seit dem 1. Januar kostenlos.