Mallorcas große Feuernacht steht bevor

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In Sa Pobla dauern die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Antonius eine ganze Woche lang.

In Sa Pobla dauern die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Antonius eine ganze Woche lang.

Vor allem für die Gemeinden im Norden und Osten Mallorcas ist der Namenstag des Heiligen Antonius der Höhepunkt des Festkalenders. Schon in der Nacht auf den 17. Januar wird gefeiert, als ob es kein Morgen gäbe - und das, obwohl der Termin in diesem Jahr auf einen Mittwoch fällt.

Das Spektakel mit Teufelsgilden und Freudenfeuern ist eine Mischung aus Volksfest, Karneval und kirchlichem Feiertag. Im Mittelpunkt steht der Heilige Antonius, Patron der Tiere.

Wiederbelebt worden sind auch Freudenfeuer und Tänze von Teufelsfiguren, die angeblich einst den Heiligen Antonius bei seiner einsamen Meditation in der Wüste verführen wollten. In den letzten 15 Jahren haben sich auch Inseldörfer eingeklinkt, in denen die Tradition schon in Vergessenheit geraten war.

"Heute ist Sant Antoni ein wichtiger Tag für die Identität Mallorcas", sagt der Musikwissenschaftler und Ethnologe Francesc Viçens, der in seinem Buch "Diguem Visca Sant Antoni" die kulturellen Hintergründe genau erklärt hat.

Das beinhaltet auch derbe Bräuche und zotige Lieder, die sogenannten "Gloses", mit denen der Pfarrer oder der politische Gegner provoziert werden darf. Eine Nacht lang gibt es dafür einen Freibrief - eine Art "Poetry Slam" auf Mallorquinisch, bei dem es in diesem Jahr sicher auch um Unabhängigkeitsbestrebungen und Madrider Zentralismus gehen wird.

Mitunter geht es dabei auch aggressiv zu. Vor allem zu den Teufeln sollte man an Sant Antoni etwas Sicherheitsabstand halten. Die Mitgliedschaft in ihren Gilden ist bis heute zum Teil den einheimischen Männern vorbehalten und manchmal sogar erblich. Traditionsbeladene Rituale in Orten wie Artà, Capdepera oder Son Servera stehen laut Francesc Viçens im Gegensatz zu moderneren Bräuchen wie zum Beispiel in Muro oder Manacor.

Das gilt auch für Sa Pobla, wo Sant Antoni am größten gefeiert wird. Die Feierlichkeiten dauern dort eine ganze Woche lang. In der Feuernacht vor dem 17. Januar ist der Zugang zur Plaça in der Ortsmitte jetzt jedoch erstmals von 15.000 auf 7000 Personen begrenzt worden.

Wichtig sind neben der Figur des Heiligen Antonius und den Dämonen auch Dudelsack-Combos ("Xeremiers"), Volkstanzgruppen wie den "Cossiers" oder Trommeln und Rhythmus-Instrumente wie die typische Ximbomba . Elemente wie Riesenfiguren, Schwellköpfe oder Drachen wurden allerdings vom "Fallas"-Volksfest in der Region Valencia übernommen. (mic)

GESCHLOSSENE LÄDEN

In folgenden Orten ist am Mittwoch, 17. Januar, arbeitsfrei: Ariany, Artà, Biniamar, Búger, Calonge, Capdepera, Cas Concos, Colònia de Sant Jordi, Colònia de Sant Pere, Costitx, Llombards, Manacor, Maria de la Salut, Muro, Petra, Pollença, Sa Pobla, Sant Joan, Sant Llorenç, Ses Salines, Sineu, Son Servera, Vilanfranca de Bonany.

In Palma ist Sant Antoni ein Werktag. Dafür ist dort Samstag, 20.Januar, Feiertag zu Ehren des Stadtheiligen Sebastian.

Das genaue Festprogramm sehen Sie hier:
Sant Antoni und Sant Sebastià

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