Der kleine Vierbeiner befindet er sich während der gesamten Veranstaltung in der Hirtentasche des Heiligen Joan Pelós, einer der Hauptfiguren bei der Prozession in Pollença. | Archiv Ultima Hora

Seit auf den Balearen das neue Anti-Stierkampf-Gesetz leidenschaftlich diskutiert wurde, scheinen viele Mallorquiner sensibilisiert für das Thema Tierschutz zu sein, so auch in Pollença. Der Pfarrer des Ortes hat einem Bericht der MM-Schwesterzeitung „Ultima Hora” zufolge nun bei der Inselregierung beantragt, ein Tiermediziner möge sich doch bitte während der Fronleichnamsprozession am kommenden Sonntag um das Wohl des lebenden Lammes kümmern und zusehen, dass dem Tier kein Unheil geschieht.

Doch aus reiner Tierliebe hat der Geistliche offenbar nicht gehandelt, vielmehr scheint es der letzte verzweifelte Versuch, die Tradition des lebenden Lammes bei dem Umzug zu retten. Andernfalls müsste man auf ein Kunstschaf zurückgreifen, denn auch Lämmer fallen – anders als der umgangssprachliche Name „Anti-Stierkampf-Gesetz” vermuten lässt – unter die Norm der Balearen-Regierung, die jedes Tier vor Stress und Qualen schützt, egal ob bei der „Corrida” oder bei einem kirchlichen Event.

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Gegen die Anwesenheit des flauschigen Lämmchens protestieren seit geraumer Zeit vor allem Tierschützer. Sie glauben, der kleine Vierbeiner sei enormem Stress ausgesetzt, befindet er sich doch während der gesamten Veranstaltung in der Hirtentasche des Heiligen Joan Pelós, einer der Hauptfiguren bei der Prozession in Pollença. Die Befürworter hingegen plädieren für den Einsatz eines Gutachters, der das Tier vor und nach dem Event untersucht. Erfreue sich das Lamm auch anschließend noch bester Gesundheit, könne das Gutachten ja auch gleich dazu benutzt werden, lebende Tiere bei Umzügen in Zukunft grundsätzlich zu erlauben.

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der jüngsten MM-Ausgabe (22/2018), erhältlich am Kiosk auf Mallorca, sowie an den Bahnhöfen und Flughäfen in Deutschland; oder auf E-Paper.