"Das Feuer breitete sich rasend schnell aus"

| | Paris, Frankreich |
Joan Pol, selbst Brandschutzexperte, befand sich auf einer Konferenz mit der Pariser Feuerwehr, als der Notruf einging.

Joan Pol, selbst Brandschutzexperte, befand sich auf einer Konferenz mit der Pariser Feuerwehr, als der Notruf einging.

Foto: Privat

Der Mallorquiner Joan Pol wurde am Montagabend Augenzeuge des Brandes, der die Kathedrale Notre-Dame in Paris teilweise zerstörte. Wie die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" berichtet, befand sich der Insulaner in unmittelbarer Nähe des Gotteshauses, als die Menschen auf die Straßen rannten, weil plötzlich eine dichte Rauchsäule von der Seine-Insel, auf der sich die Kirche befindet, in den Himmel stieg.

Das Feuer hat sich rasend schnell ausgebreitet, so Pol gegenüber "Ultima Hora". Er selbst ist ein Experte, denn er war einst Generaldirektor für Katastrophenschutz der Balearen-Regierung und damit selbst mit dem Thema Großbrände betraut. "Als der Notruf einging, hatte ich gerade ein Arbeitsgespräch mit Feuerwehrkollegen aus der französischen Hauptstadt", so Pol weiter.

"Weil sich das Feuer so schnell ausbreitetet, hatten die französischen Kollegen nicht einmal Zeit, das Protokoll für die Rettung wichtiger Kunstschätze zu aktivieren", so Pol. "Ich befürchte, vieles ist verloren".

Ebenfalls zur Zeugin des Brandes wurde die Mallorquinerin Leticia Sans. Sie sagte: "Es war furchtbar mit anzusehen, wie ein so wichtiges kulturelles Erbe Europas zerstört wird. Viele Menschen konnten nur fassungslos zusehen, einige Gruppen stimmten katholische Gesänge an, um einander zu trösten."

Der Brand, der am frühen Montagabend ausgebrochen war, ist nach Angaben der Pariser Feuerwehr indes "vollkommen unter Kontrolle" und "teilweise gelöscht". Die Ursache ist noch unklar. Ein Großteil des Mittelschiffs von Notre-Dame, der meistbesuchten Sehenswürdigkeit Europas, wurde komplett zerstört. Der emblematische, fast 100 Meter hohe Mittelturm des Gotteshauses stürzte ein. (cze)

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Hajo Hajo / Vor 4 Monaten

Wir entnehmen den Nachrichten, die offizielle Brandursache sei ein Kurzschluss gewesen. Sofern das wirklich der Grund ist, stehen jedem Elektriker stehen die Haare zu Berge, wenn er das hört. Denn in diesem Falle ist das Stromnetz des Gebäudes nicht ordentlich gegen Überlast abgesichert, so das es zur Entzündung der Umantelung und umgebenden Material kommt. In Deutschland kann das nicht mehr passieren, da die VDE-Vorschriften für eine zweckmässige Schutzinstallation sorgen, die nach Fertigstellung vom amtlichen Fachmann geprüft und abgenommen werden müssen. Seinen Aufkleber mit Abnahmedatum findet man im Hauptstromkasten.

Dazu folgende Ausarbeitung zum Thema im Google = PDF Strombelastbarkeit und Schutz von Kabeln, Leitungen und Stromschienen bei Überstrom.

Somit kann man schliessen, dass die Branschutzbehörden und die Dom-Verwaltung fahrlässig handelten, in dem sie keine Modernisierung der Stromversorgung mit Einrichtung der notwendigen Absicherung im Dom haben ausführen lassen. Ich vermute mal, die haben den Dom einfach vergessen und sich nur um Gewerbe und Wohnen gekümmert.