Ein skeptischer Walter Sedlmayr beim Barbier in Spanien.

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Bei ARD Alpha hat man ganz tief ins Archiv gegriffen und eine 40 Jahre alte Reisereportage gefunden: „Walter Sedlmayr in Spanien” läuft am Samstag, 29. Juni, um 21 Uhr. Der 1990 ermordete bayerische Volksschauspieler war 1979 im Land – also nur vier Jahre nach dem Tod von Diktator Franco.

Der Bericht über die dreiwöchige Reise durch Spanien beginnt in einem damals sehr angesagten Lokal in Madrid. Dort wird Flamenco getanzt, und zwar von einer sehr berühmten Flamencotänzerin. Danach verpricht Sedlmayr vor laufender Kamera, dass in seinem Film keine Stierkämpfe vorkommen werden. Nachdem er sich mit einem sehr, sehr schönen Strauß Blumen bei der Flamencotänzerin verabschiedet hat, erzählt er, dass spät in der Nacht von anderen Lokalen Musiker und Tänzer gekommen wären und er dabei eine Ahnung davon bekommen hätte, wie sich Spanien ohne Touristenströme anfühlen würde. Das ist überhaupt sein Stichwort: ein Land zeigen in seinem Alltag mitten in den Touristenströmen und auch ein wenig abseits davon. Und dass Spanien eben auch immer noch von Armut geprägt ist, das möchte er schon auch zeigen – neben all dem Schönen und Wunderbaren, das Spanien zu bieten hat.

Und dann erfüllt sich Sedlmayr quasi einen Jugendtraum: er „trampt” mit einem Lastwagenfahrer von La Mancha nach Andalusien. Und so kommt er in die berühmte Stadt Granada. Dort lassen sich seiner Meinung nach gerade im Herbst, wenn die Sonne nicht mehr ganz so stark ist, wunderbar zarte Bilder machen, auf denen man sogar das Granada der Mauren entdecken könne. Die Alhambra besucht er selbstverständlich auch.

Mitten in Sevilla entfährt ihm dann erneut so ein typischer Sedlmayr-Satz das Reisen betreffend: „Da es zu den Aufgaben des Touristen gehört, die Fehler der anderen zu entdecken und sie mit den eigenen Tugenden zu vergleichen, will ich das auch machen.” Und macht doch das Gegenteil: Das Vorurteil nämlich, dass der Spanier an sich faul und arbeitsscheu sei, konterkariert er mit dem Fakt, dass mit Faulheit kein Weltreich gebaut werden könne und auch keine der vielen riesigen Kathedralen.