Unterwegs lassen es sich die Reisenden gut gehen. | SWR

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Zwar leben Ute und Michael Tamm als gebürtige Schwaben seit Langem im hohen Norden bei Flensburg, doch einmal im Jahr zieht es die beiden Ruheständler mit dem Wohnmobil in den Süden. Dieses Mal auf der Route der Jakobspilger vom französischen Wallfahrtsort St. Jean-Pied-de-Port in den Pyrenäen bis Santiago de Compostela im äußersten Nordwesten Spaniens. Es ist keine schweißtreibende Pilgertour zu Fuß in der spanischen Sommerhitze - die Rentner bewältigen den legendären "camino frances" hübsch komfortabel auf vier Rädern. Und das nicht allein, sondern in einer Gruppe mit anderen Wohnmobil- und Wohnwagenfans.

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Dabei geht es allen Teilnehmern weniger um die religiösen Aspekte der seit dem Mittelalter berühmten Strecke als um das gemeinsame Erleben von historischen Kunst- und Bauwerken, um die Erfahrung der großartigen Landschaften oder auch um Vogelbeobachtung. Bloß: Wie kommt man als Bleifuß-Pilger zu seinem täglichen Wallfahrtsstempel für den mitgeführten offiziellen Pilgerpass? Als Pilger auf dem Jakobsweg gilt streng genommen nämlich nur, wer behaupten kann, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Pferd unterwegs zu sein, und da darf nicht geschummelt werden - eigentlich. Doch wie kommen die Wohnmobilpilger am Ende einer jeden Etappe im Pilgerbüro an? Natürlich zu Fuß, behaupten sie schlitzohrig, vom Parkplatz nämlich - ungelogen.

Die Autoren Tilo Knops und Kirsten Waschkau begleiten die Pilgertruppe durch den Norden Spaniens und erleben mit, wie sie sich durchschlagen, durch Berge und Weinanbaugebiete, wie sie die alten Königstädte Pamplona, Burgos und Leon passieren und schließlich ins grüne galicische Bergland eintauchen, bis sie ans Ziel aller Pilger kommen: Santiago de Compostela, wo der Besuch einer Pilgermesse die Reise krönend abschließt.