Der ökumenische Weihnachtsgottesdienst fand 1971 zum ersten Mal statt. | Serge Cases

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Er gilt als fester Termin im Weihnachtskalender vieler Residenten und Urlauber: der deutschsprachige Gottesdienst an Heiligabend in der Kathedrale zu Palma. Doch nachdem die beliebte Messe im vergangenen Dezember coronabedingt ausgefallen war, steht die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder auf der Kippe. Das bestätigten die evangelische und auch die katholische deutschsprachige Gemeinde auf MM-Anfrage.

„Wir verhandeln derzeit mit den Verantwortlichen der Kathedrale”, sagte Pfarrer Holmfried Braun. Der katholische Pfarrer Andreas Falow sprach von einem „Prozess”, in dem man sich derzeit noch befinde, Näheres ließe sich nicht sagen. Am Donnerstag findet ein Treffen zwischen Vertretern der beiden Gemeinden, des Bistums und Domkapitels statt, bei dem das Thema der Weihnachtsmesse besprochen werden soll.

Der ökumenische Gottesdienst wird abwechselnd von den Katholiken und den Protestanten organisiert, die andere Kirche ist dann für die Predigt zuständig. In diesem Jahr liegt die Organisation in den Händen von Pfarrer Falow, die Verantwortung für die Predigt trägt die evangelische Gemeinde. Das Pfarrerehepaar Holmfried Braun und Martje Mechels ist dafür zuständig. „Wir haben unsere Hilfe bei der Organisation angeboten”, betonte Jan Marks, Vorstandsvorsitzender der evangelischen Gemeinde, da die Umsetzung des Gottesdienstes aufgrund geltender Schutzmaßnahmen aufwendiger sei. So müssten beispielsweise Sitzplätze markiert werden, um Abstandsregeln einzuhalten. Menschen, die bei der Vorbereitung mit anpacken möchten, können sich unter info@ kirche-balearen.net melden, betont Marks.

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Der Vorsitzende des Gemeindevorstandes sagte: „Wir setzen auf eine Zusammenarbeit mit dem Bistum.” Mit einer guten Organisation, gesundem Menschenverstand, Augenmaß und Vernunft ließe sich der Weihnachtsgottesdienst durchaus durchführen, so seine Meinung.

Pfarrer Falow ist skeptischer: „Die Ansteckungszahlen stehen ungünstig. Man muss auf die Vernunft hören.” Anfang Juni fiel die Beschränkung der Besucherkapazitäten in Kirchen auf Mallorca. Die 3G-Regel gilt in Gotteshäusern nicht. Falow könne sich eher dezentrale Weihnachtsmessen in den Lokalitäten, an denen die beiden Kirchgemeinden aktiv sind, wie in Cala Millor und Peguera, vorstellen.

Der ökumenische Gottesdienst wurde erstmals vor 50 Jahren auf Mallorca abgehalten. Oft werden zwei Weihnachtsmessen gelesen, eine am Nachmittag und eine am frühen Abend, da der Andrang so groß ist. Rund 3000 Gläubige kommen dabei zusammen.