Blick auf den Vorhof von Palmas Marivent-Palast. | M. A. Cañellas

Acht Suiten mit genau so vielen Bädern, mehrere Wohnzimmer, ein Empfangssaal, eine Großküche sowie Vorrats- und Abstellkammern, Angestellten-Apartment, drei Schwimmbäder, zwei Gartenwohnhäuschen sowie ein knapp 30.0000 Quadratmeter großer Park. Die Rede ist von Palmas Marivent-Palast, der mallorquinischen Sommerresidenz des spanischen Monarchenpaares König Felipe und Doña Letizia sowie ihren Kindern oder Gästen. Seit 1966 befindet sich das Anwesen im Besitz der heutigen Landesregierung, die den ehemaligen Privatpalast 1973 dem spanischen Königshaus als Ferien-Domizil zur Verfügung stellte. Kostenlos, versteht sich. Für den Unterhalt des 500 Quadratmeter großen Wohnhauses sowie der üppig bepflanzten Außenanlage kommt die balearische Landesregierung beziehungsweise deren Bürger auf. Und das nicht zu knapp.

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So beläuft sich der vom Balearen-Parlament für das kommende Jahr bereits verabschiedete Etat zum Unterhalt des Marivent-Palastes auf 1,11 Millionen Euro. Eine stolze Summe angesichts der Tatsache, das ähnliche Summen bereits seit nunmehr 30 Jahren als Posten im regionalen Haushaltsplan der Landesregierung stehen. Zu den größten Posten zählt die Instandhaltung und Reinigung des Gebäudes. Sie wurde wie bereits im vergangenen Jahr auf rund 200.000 Euro veranschlagt. Gestiegen im Vergleich zum Vorjahr ist allerdings die Stromrechnung, für deren Bezahlung im kommenden Jahr rund 44.000 Euro kalkuliert sind. Dazu kommen die Kosten für das ganzjährig im Palast beschäftigte Personal wie Gärtner, Hausmeister und Sicherheitsleute. Zur Info: Die Königsfamilie bewohnt ihre Mallorca-Residenz zu Ostern und im Sommer über einen durchschnittlichen Zeitraum von weniger als vier Wochen.

Der von Alt-Königin Doña Sofia bei dessen Übergabe an die Königsfamilie so getaufte Marivent-Palast ("mar y vent", Meer und Wind) wurde zwischen 1923 und 1925 im Auftrag des vermögenden Künstlers und Industriellen Juan de Saridakis gebaut, der bis zu seinem Tode dort lebte. Seine Witwe vermachte das Anwesen 1966 der damaligen Provinzbehörde der Balearen unter der Bedingung es zu einem öffentlichen Museum zu gestalten. 1972 kündigte die Behörde auf Anordnung von Diktator Franco die Abmachung mit der Familie Saridakis, die noch bis Ende der 1980er Jahre die Herausgabe aller im Palast stehenden Werke des Künstlers einforderte.