Matthias Kühn und seine Frau, die in Spanien bekannte Entertainerin Norma Duval. Gegen beide ermitteln die Finanzbehörden auf Mallorca. Aber der Immobilienmogul beteuert seine Unschuld. | P. Bota

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Der Fall Matthias Kühn sorgt auf Mallorca weiter für Schlagzeilen. Nachdem die Balearen-Regierung jüngst dazu verurteilt wurde, dem einstigen Immobilienmogul 96 Millionen Euro Entschädigung im Fall der verhinderten Bebauung des Geländes La Muleta II in Port de Sóller zu zahlen, ermittelt nach einer Razzia jetzt das Finanzamt gegen den Hamburger und Teile seiner Familie.

Wie die spanischsprachige MM-Schwesterzeitung „Ultima Hora” berichtet, soll es dabei um mögliche Steuervermeidungsdelikte gehen. Die Finanzfahnder werfen Kühn vor, ein „undurchsichtiges Geflecht von Scheinfirmen” gegründet zu haben, um Gewinne aus seinen Immobiliengeschäften zu verschleiern. Dem Bericht zufolge geht es um eine Gesamtschuld von rund 13 Millionen Euro. Einer der Hauptvorwürfe lautet, dass Kühn mittels einer Übertragung des Grundstücks La Muleta II auf eine mutmaßliche Scheingesellschaft im Jahr 2020 versucht haben soll, mögliche Ansprüche des Finanzamtes auf einen Teil der zu erwartenden Schadensersatzzahlungen abzuwehren.

Den Ermittlungen nahestehende Quellen versicherten dem Mallorca Magazin aber, dass Kühn den Behörden ein entsprechendes Angebot 2018 selbst gemacht haben soll, darauf aber nie eine Antwort erhalten habe. Im Übrigen, so Kühns Anwälte, sei der „angebliche Steuerbetrug durch Scheinfirmen” nichts anderes als die bestehenden Schulden der einzelnen Unternehmen der Kühn-Gruppe, die sich seit 2016 und 2019 im Insolvenzverfahren befänden und bei denen Kühn nicht mehr Geschäftsführer sei. Sowohl diese Schulden als auch die Unternehmen seien der Steuerverwaltung gut bekannt, da die Schulden der Unternehmen seit vielen Jahren in den Listen der Steuerschuldner auftauchten.

Die Behörden aber wollen sich damit offenbar nicht zufriedengeben und planen, selbst gegen Familienmitglieder Kühns vorzugehen. Aus mindestens einer Firma – so die Ansicht der Ermittler – soll Kühns Ehefrau, die spanische Schauspielerin, Sängerin und Entertainerin Norma Duval, ein Darlehen in Höhe von 300.000 Euro erhalten haben, das nach Angaben von „Ultima Hora” nie zurückgezahlt wurde. Deshalb wird auch gegen sie ermittelt, allerdings nicht im strafrechtlichen, sondern lediglich im zivilrechtlichen Sinne – als mutmaßlich Begünstigte eines möglichen Steuerdelikts. Ebenfalls im Fokus der Ermittler sollen Kühns Söhne sowie ein möglicher Strohmann stehen.

Auf seine Gemütslage angesprochen, gab Kühn über seine Anwälte bekannt, er sei im Hinblick auf die Vorwürfe „sehr entspannt” und vertraue darauf, dass Richter und Staatsanwälte im Rahmen ihrer Ermittlungen feststellen, dass es „keinerlei Anzeichen für Scheinfirmen oder ‚illegale Manöver’ gibt.”