Der 38-Jährige Marvon Bonitz ist seit 2021 Partner des bekannten Immobilienunternehmens "Minkner & Bonitz" mit Hauptsitz in Santa Ponça. | privat

Mallorca Magazin: Welche Bedeutung hat das Golfangebot der Insel für den hiesigen Immobilienmarkt?

Marvin Bonitz: Golf ist keine von Pauschaltouristen bevorzugt ausgeübte Sportart. Bei den Golfern, die Mallorca besuchen, handelt es sich überwiegend um selbständige Unternehmer, Freiberufler oder Ruheständler mit höherem Einkommen. Viele davon haben Interesse am Erwerb einer Immobilie auf Mallorca und können sie sich leisten.

MM: Wie sieht das Portfolio von Minkner & Bonitz hinsichtlich von Immobilien in direkter Nähe zu Golfplätzen aus?

Bonitz: Sie wissen ja, dass wir unsere Unternehmenszentrale seit 26 Jahren in Santa Ponça haben. Im nahen Umfeld gibt es sechs Golfplätze, Santa Ponça I bis III, T-Golf Calvià, Golf de Andratx und Bendinat. Und auch zu den drei Golfplätzen des Arabella Resorts in Palma ist es nicht viel weiter. Daraus folgt, dass wir wegen starker Nachfrage auch zahlreiche Wohnungen, Häuser und Villen an den Golfplätzen in unserem Portfolio haben und auch bei Wiederverkäufen für viele unserer Kunden die erste Adresse sind, uns ihre Immobilie in den Verkauf zu geben.

MM: Wie sieht die Nachfrage von Kunden an Immobilien in unmittelbarer Nähe von Golfplatzanlagen aus?

Bonitz: Die Nachfrage von Kunden an Immobilien in unmittelbarer Nähe der Golfplätze ist hoch, aber nicht immer in erster Linie deswegen, weil man sich wünscht, dort auch Golf zu spielen. Viele Immobilienkäufer bevorzugen Wohnanlagen in Golfplatznähe, weil diese stets sehr gut gepflegt und verwaltet werden und weil man dort ein sicheres soziales Wohnumfeld vorfindet. Gute Beispiele sind neben Santa Ponça und Bendinat auch die Villensiedlung Son Vida.

MM: Wie beurteilen Sie die Qualität der Golfplätze auf der Insel?

Bonitz: Die großen, bekannten Plätze sind von guter, teilweise sehr guter Qualität. Golfer sind anspruchsvolle Menschen: Wenn ein Platz in Pflege und Service nachlässt, meiden ihn viele Spieler und ein kluges Management denkt und bessert nach.

MM: Sie spielen selbst Golf. Macht man auf einer Golfrunde Geschäfte?

Bonitz: Ich komme viel zu selten dazu, Golf zu spielen, da ich durch meine Partnerschaft bei Minkner & Bonitz beruflich stark engagiert bin. Auch meine Familie mit drei Kindern fordert mich, sodass ich nicht genug Zeit für die Ausübung des Golfsports habe. Geschäfte auf einer Golfrunde? Ja, das wird gern kolportiert, trifft aber nur in Ausnahmefällen zu. Niemand kauft eine Immobilie, weil er beim Golfen einen sympathischen Partner kennengelernt hat. Basis des Erfolgs sind noch immer Leidenschaft, Kompetenz, gut sortiertes Portfolio und ein exzellenter Service.

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MM: Welche sind Ihre Lieblingsplätze?

Bonitz: Golf de Alcanada und T-Golf Calvia.

MM: Was gefällt Ihnen besonders am Golfsport?

Bonitz: Golf ist ein anspruchsvoller Sport, bei dem sowohl die Platzbeschaffenheit als auch das Spiel selbst dem Spieler ständig neue Anforderungen und Entscheidungen abnötigen. Es macht darüber hinaus Spaß, sich in einem gepflegten Naturambiente zu bewegen. Und schließlich lernt man immer wieder neue, interessante Menschen kennen.

MM: Wie sehen Sie die derzeitige allgemeine Entwicklung auf dem Immobilienmarkt der Insel?

Bonitz: Mallorcas Immobilienmarkt ist nach wie vor in guter Bewegung, besonders im Bereich von Luxusimmobilien mit internationaler Nachfrage. Inzwischen ist die Nachfrage größer als das Angebot, so dass wir extra zwei Immobilien-Scouts eingestellt haben, um stets die besten und neu auf dem Markt befindlichen Immobilien unseren Kunden anbieten zu können. Aufgrund der aktuellen Nachfrage prognostiziere ich auch für 2023 ein sehr gutes Ergebnis.

MM: Welcher Typ von Immobilien ist derzeit besonders gefragt?

Bonitz: Wir verkaufen in jedem Preissegment sehr gut – von der Wohnung am Meer für 500.000 Euro bis zur Luxusvilla von über 20 Millionen Euro. Unser Bestreben ist es auch, in jedem Preissegment ein gutes Angebot zu haben und die Kunden zufriedenzustellen. Wer heute eine kleine Wohnung kauft, kann morgen der Interessent für eine Luxusvilla sein.

MM: Glauben Sie, dass der ausländische Ferienhausmarkt „Schuld” daran hat, dass die Preise auf dem einheimischen Wohnungsmarkt gestiegen sind?

Bonitz: Nein. Die Käufer einer Villa am Meer oder am Golfplatz stehen ganz offensichtlich nicht in Konkurrenz zu einem Einheimischen, der für seine Familie eine Wohnung oder ein Haus sucht. Wenn die Politik in dieser Frage Schuldzuweisungen versucht, will sie nur vom eigenen Versagen ablenken: im sozialen und öffentlich geförderten Wohnungsbau, in der Steuerpolitik, in der Förderung bei der Eigenheimbildung für junge Familien, der Senkung der Erwerbsnebenkosten, der Ausweisung von mehr Bauland oder in der schnelleren Bearbeitung von Bauanträgen in den Behörden. Aber am 28. Mai sind ja Wahlen ...

Das Interview führte Andreas John