Kunst, die inspiriert ist von Chopins Mallorca-Aufenthalt

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Wellen im Meer: In ihren Arbeiten greift Anna Kott Elemente der Natur auf.

Wellen im Meer: In ihren Arbeiten greift Anna Kott Elemente der Natur auf.

Foto: privat

Im CCA Andratx läuft seit Samstag die Ausstellung „24 Mikro Infinities“ der in Berlin lebenden Künstlerin Anna Kott. Diese Schau ist ein visueller und akustischer Dialog zwischen Kott und den beiden Musikerinnen Maya Forster und Katarzyna Wasiak. Er soll das unendliche Potenzial und die Lebendigkeit eines fertigen Kunstwerks zeigen.

Kott wurde 1975 in der polnischen Woiwodschaft Schlesien geboren. Sie studierte bildende Kunst in Krakau und hatte mehrere Einzelausstellungen in Berlin, Düsseldorf und Bamberg. Ihre Arbeiten wurden zudem in Gruppenausstellungen in Budapest, Brüssel, San Salvador, Berlin und Zürich gezeigt. Sie war Artist in Residence bei der renommierten Galerie Hauser & Wirth in Somerset und erhielt mehrere Stipendien, darunter das Erasmus-Stipendium des College of Printing in London.

Die „24 Mikro-Unendlichkeiten“, die Kott im CCA ausstellt, bestehen aus drei verschiedenen Elementen: einer langen Zeichnung, einer fotografischen Serie und einer Klanglandschaft. Bei ihren Arbeiten ließ sich die Künstlerin von Frédéric Chopin und George Sand sowie ihrem Aufenthalt auf Mallorca im Winter 1839/39 inspirieren. So enthält ihre Zeichnung, eine Form von fortlaufenden sechs Meter langen Wellen, Teile eines Originalmanuskripts von Chopin.

Der fotografischen Serie wiederum diente George Sands Reisenachbericht „Ein Winter auf Mallorca“ als Inspirationsquelle. Sie zeigt überwiegend Wasser und andere Bestandteile der Natur.

Das dritte Element beinhaltet eine besondere interdisziplinäre Erfahrung, die in Zusammenarbeit zwischen Anna Kott, der Schweizer Sängerin Maya Forster und der polnischen Pianistin Katarzyna Wasiak entstand. Forsters Gesang und Wasiaks experimentelle Klavierimprovisationen bilden einen akustischen Denkraum, der tief mit Anna Kotts Zeichnungen verbunden ist.

Diese drei „Verkörperungen“ befinden sich in einem Ausstellungsraum. Als eine Art dreiteiliger Kontrapunkt stehen sie zwar jeweils für sich, umfassen sich jedoch gegenseitig sowohl strukturell als auch thematisch. Kern dieser Ausstellung ist dabei der Klang, der als hörbare Übersetzung der Beziehung zwischen Sand und Chopin betrachtet werden kann. Er besteht aus ineinander greifenden Materialstreifen: aus Auszügen von Chopins Präludien; aus Sands Schriften über Mallorca und dem Rauschen des Meeres, das auf der Insel aufgenommen wurde.

Warum Chopin? Für Kott zeigen das Leben des Komponisten und seine musikalischen Meisterwerke das unendliche Potenzial und die Lebendigkeit eines in sich geschlossenen Kunstwerks. Inspiriert von diesem Werk, fasziniert es sie, wie einzelne Noten auf einem Blatt Papier eine fließende Melodie erzeugen. Die emotionalen melodischen Linien, der lebendige Rhythmus und die organische Dichte von Chopins Musik interpretiert die Künstlerin mit visuellen Mitteln.

Die Ausstellung dauert bis Sonntag, 8. Dezember. (mb)

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